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Wie ich zu den Stimmen kam

Bericht über einen langen Weg zum Erfolg
von Werner Schultz

Ich nehme Bezug auf die Mitgliederumfrage von Herrn J. Nett in der VTF-Post P 105 und kann überhaupt nicht verstehen, weshalb hier Unterschiede gemacht werden sollen zwischen einer Kontaktaufnahme mittels menschlicher Medien und/oder den vielen anderen Möglichkeiten, die es gibt und die in der einschlägigen Literatur umfassend beschrieben sind. Die Tonbandstimmenforschung, wenn man überhaupt in diesem Zusammenhang von Forschung sprechen kann, deckt doch nur einen sehr kleinen Teil dessen ab, der medial veranlagten Menschen zur Verfügung steht, um mit unseren Freunden in der geistigen Welt in Kontakt zu treten. Es muß selbstverständlich alles geprüft und allen Hinweisen nachgegangen werden, egal, aus welcher Quelle sie stammen. Sonst bleibt man da, wo man gegenwärtig steht, stehen und es gibt keine Entwicklung. Auf meine Anmerkung, die Forschung betreffend, komme ich später zurück. Wichtig ist mir zunächst zu bemerken, dass ich ohne die Hilfe eines menschlichen Mediums überhaupt nicht zur Tonbandstimmenforschung gekommen wäre. Und hier ist meine Geschichte:

Ich kann mich noch genau daran erinnern – im Oktober 1969 verstarb mein Vater, genauer gesagt, er hatte sich das Leben genommen wegen einer unheilbaren Krankheit, die ihn bereits 10 Jahre vorher zum Invaliden gemacht hatte. Kurz vorher hatte ich in einer Illustrierten einen Artikel über das Tonbandstimmenphänomen und die Arbeit von Friedrich Jürgenson gelesen. Als Skorpion – als im November geborener – war ich, wie fast alle Skorpione, an allem interessiert, was auch nur im weitesten Sinne okkult sein könnte. Das war etwas, was mich brennend interessierte, und – was noch wichtiger war – was ich ohne zusätzliche Anschaffungen tätigen zu müssen und ohne jedwede Medialität zu besitzen selbst ausprobieren konnte. Ein Tonbandgerät – eines der ersten Spulentonbandgeräte der Firma Grundig – besaß ich, und so begab ich mich eines Sonntagnachmittags in meinen Hobbyraum, der sich im Keller der damals von mir und meiner Familie bewohnten Wohnung befand. Der Hobbyraum war unverdächtig, weil ich dort gewöhnlich viel Zeit mit Bastelarbeiten verbrachte. Nur mußte ich meiner Frau erklären, was ich denn mit dem Tonbandgerät da unten wolle, denn ihr hatte ich vorsichtshalber nichts von meinem Vorhaben erzählt. Ich weiß heute nicht mehr, was ich ihr gegenüber vorgab, aber auf keinen Fall hatte ich meine wahre Absicht kundgetan. Meine Frau war ein so erdhafter Mensch und ich wollte mich nicht der Gefahr aussetzen, daß sie verlangt hätte, ihr lieber beim Arbeiten im Garten zu helfen, als solchen "Quatsch" zu probieren. So kam ich relativ unbehelligt zu meinem ersten Versuch, den ich genau nach Anweisung von Friedrich Jürgenson vornahm. Das Mikrofon hängte ich ungefähr in der Mitte des Raumes auf, und dann begann ich mit der Ansprache an die Jenseitigen, mit der Bitte, mir zu helfen, Kontakt zu meinem Vater zu bekommen. Diese Bitte wiederholte ich etwa 5 bis 8 mal. Dann hörte ich gespannt das Band ab, und – hörte nichts. Nur meine eigene Stimme. Diesen Versuch wiederholte ich einige Tage später noch mehrmals, um dann enttäuscht festzustellen, daß es gut gewesen war, meiner Frau davon nichts erzählt zu haben. Ich habe es dann auch nicht wieder versucht, ja, nicht einmal mehr daran gedacht.

Ziemlich genau 30 Jahre später, wir hatten uns gerade, nach vielen Jahren der Berufstätigkeit im Frankfurter Raum, ein kleines Häuschen an der Westküste Nordfrieslands gekauft, um hier gemeinsam den Lebensabend zu verbringen, geschah das Unglück. Ein schwerer Verkehrsunfall, der das Leben meiner Frau augenblicklich beendete. Ich selbst erfuhr davon erst einige Tage später auf der Intensivstation einer Flensburger Klinik, in die ich per Hubschrauber gebracht worden war. Meine geliebte Frau, sie lebte nicht mehr. Unfaßbar! Und wir konnten uns nicht einmal mehr voneinander verabschieden. Eine Welt brach in mir zusammen.

Nach meiner Genesung vermittelte mir eine liebe Freundin den Kontakt zu einer Gruppe Menschen, die gute Verbindungen zu englischen Medien unterhielt , und so erlebte ich das erste Mal in meinem Leben ein sogenanntes "Reading" durch ein menschliches Medium. Viele der Aussagen waren zwar absolut zutreffend, dennoch hatte ich enorme Zweifel daran, ob dieser Mensch, so wie er es vorgab, tatsächlich einen Kontakt zur geistigen Welt haben würde. Meine Zweifel wurden natürlich auch von meinem Gegenüber bemerkt, und so fragte mich dieser Mann, ob ich schon mal etwas von EVP – Electronic Voice Phenomena – zu deutsch: dem TONBANDSTIMMENPHÄNOMEN gehört hätte. Wegen meiner so deutlich geäußerten Zweifel würde er mir empfehlen, mich doch damit einmal auseinander zu setzen, um dann selbst festzustellen, daß es eine geistige Welt gäbe, mit der jedermann Kontakt aufnehmen könne, auch ohne jegliche Medialität. Er wußte von Freunden zu berichten, die bereits sehr schöne Erfolge erzielt hätten und bot an, mir Anlaufadressen zu vermitteln und mich mit Menschen in Verbindung zu bringen, die mir helfen würden.

Durch diese Begegnung wurde ich nach mehr als 30 Jahren wieder an meine ersten bescheidenen, aber leider keineswegs erfolgreichen Versuche im Hobbyraum erinnert. Und so machte ich mich erneut auf die Suche.

Sehr viel Literatur gibt es über dieses Phänomen leider nicht, aber wer ernsthaft sucht, der findet auch etwas. Ich fand heraus, daß es auch in Deutschland Vereine gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Tonbandstimmen zu erforschen und Techniken zu entwickeln, um die Stimmen deutlicher und vor allen Dingen lauter erzeugen zu können. Der VTF vermittelte mir die Anschrift eines in meiner Nähe wohnenden Mitglieds, einer älteren Dame, die dem Verein als sogenannte Anlaufadresse zur Verfügung steht. Ich verabredete mit dieser freundlichen Dame einen Besuchstermin, und war pünktlich zur verabredeten Zeit bei ihr. Sie empfing mich in ihrer Küche und erzählte mir bei einem guten Kaffee, wie sie zu den Tonbandstimmen gekommen war, und daß sie es schon 18 Jahre mache. Und damit ich mich in die Eigenart dieser Stimmen hineinhören konnte, führte sie mir verschiedene Stimmenbeispiele vor, die sie auf einem Extraband gesammelt hatte. Als Techniker war ich natürlich sehr gespannt, wo sich denn die technische Ausrüstung befand, mit der die liebe Dame ihre Einspielungen vornahm. Nun, die Ausrüstung stand vor mir. Ein ganz normaler Kassettenrecorder und ein Transistorradio. Das war alles. Sie benutzte nicht einmal ein spezielles Mikrofon, sondern bediente sich des eingebauten Mikrofons des Recorders. Allerdings muß ich noch erwähnen, daß der Recorder mit einem Geschwindigkeitsregler ausgestattet war, so daß man beim Abhören des Bandes die Geschwindigkeit etwas anheben oder absenken konnte.

Ich bat darum, einmal einer sogenannten Einspielung beiwohnen zu dürfen. Diese Bitte wurde gern und sogleich gewährt. Die Dame erklärte mir, daß sie immer einen ganz bestimmten Sender auf ihrem Radio einstelle. Das wäre eine Frequenz, die offensichtlich von den Jenseitigen als sehr günstig empfunden werde. Und das tat sie dann auch. Eine russische Nachrichtensendung wurde leise eingestellt, und dann schaltete sie ihr Tonbandgerät auf Aufnahme, sprach die Jenseitigen liebevoll an, stellte mich vor und bat um Kontakt. Nach dieser allgemeinen Einleitung, durfte ich Fragen stellen. Natürlich war ich sehr gespannt, ob sich meine Frau melden würde, und so sagte ich: "Wenn du mich jetzt siehst oder hörst, liebe Marlies, dann gib mir doch bitte eine Zeichen." Beim späteren Abhören des Bandes an dieser Stelle, höre ich – ich will es heute noch nicht glauben, wie die russische Nachrichtensprecherin plötzlich auf deutsch sagt: "Ich freue mich." Nicht alles, was sich auf dem Band befand, konnte ich verstehen. Dafür war mein Ohr leider noch zu wenig geschult. Dennoch war ich sehr beeindruckt. Beglückt fuhr ich nach Hause, fest entschlossen, es jetzt selbst wieder ganz intensiv zu probieren. Und dann gab es eine lange Zeit des geduldigen Wartens. Warten auf meine erste, eindeutig paranormale Stimme. Was mich beim Abhören meiner Bänder regelmäßig sehr störte, waren die offensichtlich notwendigen Radiogeräusche, bei denen ich aber nie sicher sein konnte, ob die vermeintlich wahrgenommene paranormale Stimme nicht vielleicht doch vom Sender kam oder nur von mir willkürlich hineingehört worden war. Es dauerte auf jeden Fall volle vier Monate, bei fast täglicher Einspielung und immer irgendwie veränderter Einspieltechnik, bis ich endlich die deutliche, aber sehr, sehr leise Stimme meiner Frau vernahm. Eine sehr schöne Aussage, die ich aber leider niemandem vorführen kann, weil ich sie nur selbst unter Zuhilfenahme eines sehr guten Kopfhörers hören kann. Von jetzt an wußte ich, daß es geht und daß die vielen Menschen, die sich schon so lange mit diesem Phänomen beschäftigen, keine Spinner sind.

Nur, was mich nicht befriedigte, war die Technik der Einspielung. Beimischungen von Radio und das Geplätscher von Wasser, das hatte Friedrich Jürgenson ja schon vor 42 Jahren probiert. Was hatten die Vereine, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, zu forschen, in 42 Jahren erreicht? Ich wollte ein "Telefon zum Jenseits", d.h. ich möchte klare, laute Stimmen, aber auf der weiteren Suche danach, machte ich die Bekanntschaft mehrerer Menschen, die mit dieser Technik vollauf zufrieden und gar nicht an einer weiteren Forschung oder Entwicklung interessiert waren. Eine rühmliche Ausnahme war die Bekanntschaft mit Herrn Gerhard Helzel, der in seiner Broschüre "Die gute Stimme" von seinen Erfindungen des Ultrasonicus und des Ultralators berichtete, beides Geräte, mit denen er, ohne die Zugabe fremdsprachiger Radiosendungen, sehr gute, laute und deutliche Jenseitsstimmen erzeugt haben wollte. Seine Versuche verdienen die Bezeichnung "Forschung" durchaus und sollten jedes ernsthafte Mitglied ermutigen, es zumindest doch einmal zu versuchen. Zugegeben, die von ihm in der VTF-Post 106 beschriebene Methode, mit einem Gewindestab über ein Holz zu streichen, mutet auf den ersten Blick etwas abenteuerlich an. Ich habe es nicht glauben wollen, mich aber nach dem ersten Versuch regelrecht erschrocken über die vielen Stimmen, die – zumindest bei mir – immer sofort da waren, sobald ich den Gewindestab über das Holz bewegte. Es war mir direkt unangenehm, den eindeutig menschlichen Unterhaltungen – denn für Unterhaltungen untereinander halte ich es – zu lauschen, wie ein Horcher an der Zimmertür, der verbotener Weise versucht, einige Gesprächsfetzen des hinter der Tür Gesprochenen aufzunehmen. Nicht in allen Fällen ist es mir gelungen, die Stimmen deutlich herauszuarbeiten. Auch nicht durch Filterung mit Cool Edit, weil – wie ich glaube – sie nicht in allen Fällen für mich und meine Ohren bestimmt waren. Allerdings besitze ich auch so deutliche, bezugnehmende Aussagen, die mich nicht zweifeln lassen, dass es sich wirklich um paranormale Antworten auf von mir gestellte Fragen handelt.

Solange ich den Ultrasonicus noch nicht besaß, arbeitete ich ausschließlich mit dem Hannoverschen Mikrofon. Die Ergebnisse damit waren sehr zufriedenstellend und wurden – so meine subjektive Meinung – vom Ultrasonicus bisher nicht übertroffen. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Ultrasonicus nicht dennoch in gewissen Situationen auch bessere Ergebnisse liefern kann. Zusammenfassend kann ich also sagen, dass hier eine Methode gefunden wurde, die es möglicherweise einmal ganz wesentlich erleichtern dürfte, den wissenschaftlichen Beweis der Paranormalität der Stimmen zu liefern. Das Argument der Fremdeinstrahlung irgendwelcher Wörter oder Sätze entfällt hierbei vollständig.

Leider verfügt diese Methode aber nicht nur über Vorteile. Ein ganz entscheidender Nachteil besteht z.B. darin, dass man die Stimmen bearbeiten, sprich filtern, muß, um sie einigermaßen sauber und für jeden hörbar zu machen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass durch das Streichen mit einer Gewindeachse M3 sehr hohe Frequenzen erzeugt werden. Auf dieser Basisschwingung können sich logischerweise auch nur sehr hochfrequente Stimmen manifestieren, wodurch der Eindruck entsteht, als ob es in der geistigen Welt ausschließlich Frauen, keine Männer, geben würde. Hier ist also noch breiter Raum für eine Forschung vorhanden.


(Erschienen in der VTF-Post P 107, Ausgabe 2/2002)