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Erfahrungsbericht

von Veronika R. Flach

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Dieser Bericht soll Kollegen Mut machen, die ihrem Einspielvorhaben vielleicht noch nicht so nahe gekommen sind, wie sie es sich nach einiger Zeit der Mitgliedschaft im VTF erwartet haben.

Meine Bewunderung und Dank möchte ich unserem Vorsitzenden und Herausgeber, Herrn Köberle, aussprechen, der unermüdlich mit dem Vereinsgeschehen und der Ausgabe der VTF-Post beschäftigt ist, wichtige technische Hilfestellung gibt, wie zur Zeit die Serie der Methoden: »Wie spielt man ein?« Wir alle müssen wissen, daß diese Vorbereitungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, bis wir 4mal im Jahr unsere ersehnte VTF-Post in Händen halten.

Auch will ich den Kollegen für ihre teils umfangreichen Erfahrungsberichte danken, und ebenfalls denen, die sich kritisch zu Wort melden.

Bevor ich Mitglied im VTF wurde, hatte ich schon 2 Jahrzehnte Hintergrundwissen und Erfahrungen im paranormalen Bereich sammeln können.

Mit der Möglichkeit der Tonbandstimmenforschung beschäftigte ich mich ab 1987, nachdem ich »Sprechfunk mit Verstorbenen« von Jürgenson gelesen hatte. Die Umstände, wie gesellschaftliche Verpflichtungen und ähnliches, ließen mir jedoch keine Zeit, es selbst in die Tat umzusetzen.

Der Beitritt Jahre später im VTF war sozusagen die letztere Station meiner Studien und Erlebnisreise, die ich schon als jüngerer Mensch begonnen hatte. Aus aktuellem Anlaß und die Tatsache, daß ich ein Versprechen gegeben hatte, machte es für mich vorrangig, mich persönlich darum zu bemühen.

Ich brauchte nun Fach-Infos, aus erster Hand, die ich vom VTF schon vorweg in Form von Vorjahresheften bekam, bevor ich meine Mitgliedschaft ausgefüllt hatte. Es konnte also losgehen ...

Obwohl ich bereits umfangreiche technische Geräte zu Hause hatte, von denen ich erst glaubte, sie könnten nützlich sein, stellte sich bald heraus, sie waren aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geeignet. Es verging schon mal ein Monat, bis ich das endgültig herausfand.

Es mußte also ein neues zum Einspielen geeignetes Gerät angeschafft werden. Die erste Enttäuschung stellte sich ein, als ich feststellen mußte, daß die von mir erwünschten Einspielrecorder gar nicht mehr im Handel waren. So landete ich bei dem noch (damals) einzig verfügbaren und für Einspielungen tauglichen Philips Recorder AQ 6350, der bis heute mein Favorit geblieben ist.

Zuerst wurde meine Geduld auf die Probe gestellt mit Warten auf die Philips Recorder. Danach wurde erst die Rewind-Taste zur Repetiertaste umfunktioniert, was auf Anhieb nicht meinen Vorstellungen entsprach. Aber schon bald darauf klappte es sehr gut, und so habe ich gleich noch Geräte in Reserve bestellt, falls eines überstrapaziert würde.

Zeitgleich überlegte ich ständig, zu welcher Methode ich mich wohl entschließen sollte, wenn es dann so weit ist. In dem Fall war natürlich klar, kommt Zeit kommt Rat ...

Vorweg machte ich ein paar »nur Mikrofon«-Versuche.

In der »großen Stille« einer solchen Einspielung waren das Gequatsche von Nachbarn darauf, die gerade nach Hause kamen, lustig zwitschernde Vögel vom Garten, die trotz Schneefall Ende März sich paaren wollten, und meine leisen Seufzer von aufkommender Langeweile in den 15 Versuchsminuten. Dies alles bei geschlossenen Fenstern. Das sagte zumindest aus, daß meine Mikrofone empfindlich genug waren.

Eine wirklich große Hilfe waren mir die Erfahrungsberichte der Frau Calnaido über alle möglichen Versuche mit Konserven und auch Kombimethoden. Natürlich auch die Berichte von anderen Kollegen.

Ich begann mich gedanklich an der Konservenmethode mit ausländischen Nachrichtensprechern festzubeißen.

Wer schon mal probiert hat, selbst eine Konserve aus Radioprogrammen herzustellen, weiß wie zeitraubend das ist. Außerdem wird die Qualität nicht besonders. Da man ständig versucht, den Ausländer klar zu kriegen, entsteht als Begleitgeräusch ein unsauberer Rauschton. Damit war ich nicht zufrieden.

Als ich wieder einmal einen Konservenherstellungs-Versuch an einem Vormittag machte, diesmal auf einem schwedischen Sender, eigentlich suchte ich diesen klar reinzukriegen, erlebte ich völlig unerwartet meine erste richtige Einspielung. Es war sozusagen ungewollt eine reine Radioeinspielung. Anstatt eines Klarsenders setzte plötzlich eine Art Brausewelle aus dem Nichts ein. Geistesgegenwärtig drückte ich die Aufnahmetaste. Aus dieser Brausewelle formte sich wie in Wellen gesprochen, erst etwas leiser noch, dann bedeutend lauter, dann wieder leicht abschwellend, insgesamt 4 mal die Worte "Die Toten leben"!

Dies war für mich so unerwartet, daß ich nicht einmal Zeit hatte, aufgeregt zu sein. Ich war danach verblüfft und natürlich erfreut, wie sich jeder vorstellen kann. Mindestens 30 mal habe ich die darauffolgenden Tage diese Sequenz von 10 Zähleinheiten mit diesen Worten gehört.

Ein paar Tage danach machte ich auch weiter in dem Bemühen, eine Konserve herzustellen, was dann auch halbwegs gelang. Danach besuchte mich eine Freundin die nur englisch spricht, sich aber auch für diese Einspielversuche grundsätzlich interessierte. Ich wollte ihr meine Zufallseinspielung vorfuhren, denn diese war so deutlich, daß auch eine nicht-deutsch-sprechende Person sie hätte sofort hören können.

Nun, in meinem Eifer eine Konserve aufzunehmen, hatte ich aus Versehen meine erste Einspielung überspielt! Die Aussprüche von mir zu mir möchte ich hier nicht wiedergeben.

Aber ich wußte, diese klitzekleine Einspielung sollte mir sagen: "Auch wenn es sich noch hinzieht, werde nicht müde weiterzumachen ..." Ich glaube, die erste Einspielung, die gelingt, ist für jeden etwas Besonderes. Sicher hätte ich diese bezeichnenden Worte noch oftmals auch andere hören lassen. Aber es sollte wohl nicht sein.

Umgehend habe ich daraufhin bei unserem VTF 2 ausländische Nachrichtenkonserven bestellt, die im Studio von Sprechern aufgenommen wurden: Russisch, Slavisch und ohne lästige Nebengeräusche. Mit diesen beiden Konservenkassetten spiele ich schon Jahre ein.

Im Abstand von 4 Metern, mit 2 kleinen externen Lautsprechern etwas erhöht plaziert, die besagten Konserven gleichzeitig aber textversetzt, lasse ich diese Nachrichten relativ leise in den Raum sprechen. Mit meinen eigenen laut gesprochenen Worten wird alles über externes Micro auf einem separaten Recorder aufgenommen. Beim Abhören kann ich mich dann über die meist sehr persönlichen Antworten freuen. Natürlich schreibe ich auch ein ausführliches Protokoll. Mit etwas Vor- und Nachtext notiert, fallen mir oftmals erst bei einer Nachlese gewisse Bedeutungen auf.

Zur Anfangszeit habe ich, als ich noch nicht genau sicher war, welche Methode ich bevorzugen würde, große Hoffnungen auf ein Psychofon gesetzt. Zu dieser Zeit gelangen mir schon einige Konserveneinspielungen. Habe sogar bei einer Einspielung meinen Jenseitigen angekündigt, daß ein Psychofon »unterwegs« ist. Diese haben aber nicht besonders begeistert reagiert. Als ich dann endlich das Psychofon hatte, die Ausführung mit allem Drum und Dran, mußte ich feststellen, daß ich es an meinem Ort hier (Haus-Räumlichkeiten) wohl nie werde verwenden können. Der deutsche Störsender war trotz Entstörer ständig präsent, und den besonders lauten englischen Sender konnte ich eigentlich auch nicht gebrauchen. Nach einigen Testtagen zu den unterschiedlichsten Tageszeiten habe ich das gute Stück staubfrei verpackt und weggeräumt. Mittlerweile habe ich es einem Kollegen weitergegeben, in der Hoffnung, er hat damit Erfolg.

So bin ich bei meiner Konserveneinspielmethode bis heute geblieben.

Im Ganzen gesehen hat es auch eine schöne Zeit gedauert, bevor meine Einspielungen sich so gestalteten, wie ich es erhofft hatte.

Was mir immer wieder Freude bereitet, und auch eine gute Stimmung für Kollegen bringen könnte, die noch nicht so den Draht haben, ist der Videofilm mit Herrn Jürgenson und seinen Bekannten. Herr Jürgenson stellt sich und seine Arbeit vor, und man glaubt, man wäre selbst dabei gewesen. So alle 3/4 Jahre sehe ich mir den Video-Film an. Vielleicht ist es bei mir auch etwas Nostalgie.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, eigentlich wollte ich heute für die noch nicht so routinierten, technisierten auch hinzugekommenen oder auch langjährigen Kollegen, meine ganz persönlichen Denkanstöße, brauchbare Hinweise und Ratschläge geben. Aber durch meine umfangreiche vorangegangene Geschichte würde das diesmal den Platz-Rahmen in der VTF-Post sprengen. Gerne würde ich das aber in der nächsten Zeit tun.

Ich grüße alle herzlich - und nicht vergessen: Dranbleiben!


(Quelle: VTF-Post P 83, Heft 2/96)