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Ich kann »die Wissenschaftler« nicht verstehen!

von Fidelio Köberle

Es ist jetzt in den öffentlichen Medien, sprich Fernsehen, Rundfunk, Zeitschriften und Tageszeitungen, eine regelrechte Mode geworden, alle Bereiche daraufhin abzuklopfen, ob öffentliche Mittel eventuell »verschwendet« werden und eingespart werden können. Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Man muß sich allerdings fragen, ob sich unter dem Deckmantel der Sorge um die Staatsfinanzen nicht Kleingeisterei und Engstirnigkeit breitmachen. Auch in schlechten Zeiten muß man an die Zukunft denken und darf sie nicht endgültig verbauen, weil man nicht weiter sehen kann als bis zur Nasenspitze. So habe ich kein Verständnis für die derzeit betriebene Behinderung der Zukunftstechnologie »Transrapid«-Magneteisenbahn. Sie soll Milliarden kosten - aber mit welcher Perspektive für den Export in sogenannte »Schwellenländer« (z.B. China), die gerade dabei sind, eine moderne Infrastruktur zu planen, in die wegen der großen zu überbrückenden Entfernungen dieser Zug ausgesprochen maßgeschneidert passen würde!

Wenn man dagegenhält die Milliarden, welche für die heute weitgehend überflüssig gewordene Rüstung und Rüstungsindustrie ohne ein Wimpernzucken ausgegeben werden - und zwar ohne irgendeine Zukunftsperspektive, denn in die wirklich »interessanten Länder«, das sind die aktuell kriegführenden, dürfen und wollen wir aus gutem Grund keine Waffen liefern - dann fragt man sich wohl zu recht, ob hier nicht Heuchelei im Spiel ist. Hier liesse sich also eine Menge einsparen. Ich möchte nur an das nach dem zweiten Weltkrieg wegen des Ost-West-Gegensatzes (kalter Krieg) ernsthaft diskutierte Gesetz erinnern, das Bauherren zwingen sollte, in jeden Neubau (auch in Einfamilienhäuser) atomsichere Bunker einzubauen. Welch eine Verschwendung von Volksvermögen wäre das geworden!

Was ich hier mehr aus deutscher Sicht darstelle, gilt weltweit. Das amerikanische Wahnsinnsprojekt SDI wurde glücklicherweise aus Kostengründen begraben.

Andere Projekte, die nichts mit Rüstung zu tun haben, laufen weiter, auch wenn sie viel Geld kosten. Hier haben sich die Wissenschaftler durchgesetzt gegen die Sparpolitiker. Da ist zum einen die Atomforschung, die nach den letzten, kleinsten Bausteinen der Materie forscht. Der Sinn dieser Forschung ist letzten Endes die Gewinnung von Energie aus Materie und vielleicht auch, zu erkennen, um mit Faust zu reden, "was die Welt im Innersten zusammenhält", also den Urgrund des Seins zu finden. Sie können unter Anführung von Beispielen darauf verweisen, daß Grundlagenforschung letztlich auch der Wirtschaft in Form technischen Fortschritts zugutekommt. - Da ist zum anderen die Forschung nach Leben im All. Mit riesigen Lauschern versucht man, aus der Kakophonie des Weltalls Signale herauszufischen, die von intelligenten Wesen im All stammen. Bis jetzt ist man noch nicht fündig geworden. Aber ich wette: Sollte einmal ein einziger Pieps aus dem Weltall kommen, würden überall die Glocken läuten: "Wir sind nicht allein -Wir haben Brüder im All!" Auch diese ziemlich hoffnungslose Forschung (man rechnet hier ja mit »Lichtjahren«, was die Entfernung zum nächsten Bruder im All angeht) kostet viel Geld und den Schweiß manchen Wissenschaftlers, der eine sinnvollere Aufgabe verdiente.

Die erwähnten Forschungsgebiete liegen ganz klar im Bereich des rein Materiellen. Sie betreffen also gewissermaßen nur den halben Menschen, wenn überhaupt. Die andere Hälfte, die geistig-seelische und spirituelle, hat nichts davon. Weltanschaulich schaut bei dieser Forschung nichts heraus. Der Mensch an sich wird durch sie in keiner Weise bereichert, er kriegt nur ein etwas größeres Werkzeug als bisher in die Hand. Die Seele geht leer aus. Vom Sinn des Lebens erfährt man nichts. Und gerade hier gibt es einen immensen Nachholbedarf bei allen Menschen. Die vielen Probleme unserer Gesellschaft, über die Politiker so lautstark jammern, bekommt man keinesfalls mit Gesetzen und der Polizei in den Griff. Sie sind zum größten Teil nämlich die zwangsläufige Folge der weltanschaulieben Wurzellosigkeit unserer Tage. Die Menschen sind heute ohne innere Orientierung, wie ein Schiff ohne Kompass hilflos umherirrend. Deswegen laufen heute so viele zu allen möglichen und unmöglichen Gurus und beten obskure Heilslehren an. Sie fallen schließlich in ein noch tieferes seelisches Loch, wenn sich alles als Scharlatanerie entpuppt.

Der kritische Leser wird jetzt vermutlich einwenden: "Ja aber: Das Weltanschauliche ist doch Sache des Glaubens, also Sache der Kirchen! Was können da Wissenschaftler bewirken? Dürfen sie denn überhaupt so etwas? Darf etwa der Staat eine bestimmte weltanschauliche Tendenz erkennen lassen? Er muß sich doch weltanschaulich absolut neutral verhalten!" Dem wäre entgegenzuhalten, daß heutzutage der Glaube längst nicht mehr das ist, was er einmal war. Er ist zum Lippenbekenntnis verkommen. Kaum jemand läßt sich noch ernsthaft von ihm leiten. »Die« Wissenschaft hat Gott aus der Welt verdrängt. Früher galt der Himmel als seine Domäne, in die man keinen neugierigen Blick werfen durfte (siehe Galileis Schicksal). Heute kurven wir lustig dort herum und haben kein schlechtes Gewissen dabei.

Heute kann man das Geschlecht des Nachwuchses bestimmen und erbkranke Embryos per Gentest erkennen und ausmerzen. Was früher als gottgegeben hingenommen würde, wird heute wegmanipuliert. Gottes freie Natur wird verwüstet, weil uns die Ehrfurcht abhanden gekommen ist. Alle stehen hilflos und achselzuckend davor und wissen nicht, wie da etwas zu ändern wäre.

Wenn man den Menschen auf geistigem Gebiet etwas Plausibels anzubieten hätte, etwas, das vor ihrem kritischen Verstand Bestand hat, könnte die Welt anders aussehen. Bei unserer allgemeinen Wissenschaftsgläubigkeit könnten Wissenschaftler hier wirklich einen wichtigen Beitrag leisten, nämlich eine fundierte weltanschauliche Basis liefern, auf der man gut stehen kann. Ich denke jetzt ganz konkret an die Erarbeitung von Beweisen für ein Leben nach dem Tod. Wie schon gesagt, galt früher das Universum als alleinige Domäne Gottes, was sich nicht halten ließ. Heute noch meinen viele, wenigstens das Jenseits sei Gottes Reich und Geheimnis, in das man nicht eindringen dürfe.

Auch dieses Tabu ist längst gefallen. Seit es die Tonbandstimmenforschung gibt, bekommt man Informationen »von drüben«. Unsere Stimmen aus dem Jenseits sind eine nicht mehr wegzudiskutierende Tatsache. Was nur noch fehlt, ist die weltweite wissenschaftliche Anerkennung. Das wäre eine Aufgabe, die sich wirklich lohnt. Sie ist noch nicht einmal mit besonders hohen Kosten verbunden, verglichen mit dem, was man etwa für den erhofften Pieps aus dem All ausgibt. Genau so einfach, wie damals Otto Hahn an einem Küchentisch die erste Atomspaltung vornahm, kann man heute auch an einem Küchentisch mit einem einfachen Cassetten-Recorder Stimmen aus dem Jenseits erhalten. Ein bißchen mehr könnten die anvisierten Wissenschaftler natürlich schon investieren, wenn sie der Sache auf den Grund gehen wollen!

Ich denke da an ein interdisziplinäres Team von Fachleuten, bestehend aus mindestens je einem Elektroniker, Computerfachmann, Phonetiker und Sprachforscher, sowie als Berater einen erfahrenen Tonbandstimmenforscher. Die technische Ausrüstung müßte so geartet sein, daß man mit ihr alle denkbaren Einspielmethoden ausprobieren kann (hier könnten wir genügend Hinweise geben), daß die erhaltenen »Stimmen« akustisch, phonetisch und optisch (Abbildung mit verschiedenen Techniken auf dem Bildschirm) auf Herz und Nieren überprüft werden können. Das berühmte »visible speech«-Verfahren könnte hier eine sinnvolle Verwendung finden insofern, als man mit ihm erkennen kann, ob eine Stimme auch wirklich die Laute enthält, die man glaubt, gehört zu haben. Und ob die Stimme dem Verstorbenen gehört, den man annimmt, sofern man Vergleichsmaterial hat. Dieses Wissenschaftlerteam könnte zweckmäßigerweise angesiedelt sein an einer Universität bzw. einer technischen Hochschule, die über geeignetes Gerät und erfahrene Fachleute verfügt.

Die entscheidende Frage ist aber die, und hier gab es bisher unüberwindliche Schwierigkeiten: Wo findet man Wissenschaftler, die den Mut haben, diese Aufgabe zu übernehmen? Eine Aufgabe, die von keiner anderen an Wichtigkeit zu übertreffen ist! An den Kosten kann es nicht scheitern. Es gilt »lediglich«, die psychologische Sperre zu überwinden. Früher war es die Inquisition, die Wissenschaftlern in den Arm fiel, wenn sie Neuland betreten wollten, heute ist es die öffentliche Meinung oder der Spott der Kollegen. Wenn man erst eine politische Entscheidung abwarten muß, ob man oder ob man nicht darf (Vorwurf der Verschwendung öffentlicher Mittel), dann könnte man zunächst nach Dienstschluß »privat« die Forschung so weit vorantreiben, bis man mit ersten Ergebnissen eine politische Entscheidung erzwingen kann, um dann offiziell und größer einzusteigen.

So würde es zum Beispiel durchaus genügen, wenn man nur den ersten Schritt des Programms durchfuhrt, nämlich den Nachweis erbringt, daß es paranormale Stimmen überhaupt gibt (ohne etwas über deren Herkunft auszusagen).

Was würde sich »in der Welt« ändern, wenn das postulierte interdisziplinäre Wissenschaftlergremium seine Arbeiten erfolgreich abgeschlossen und veröffentlicht hätte? Ich möchte behaupten, daß es eine Sensation wäre und wie eine Bombe einschlagen würde. Das Interesse der Menschen würde schlagartig von einem Bereich angezogen, der unbewußt schon immer für Irritation gesorgt hat, zu dem man sich nun aber bewußt bekennen kann. Heute halten fast alle Menschen ein Leben nach dem Tod für undenkbar. Auch die Kirchenbesucher, wenn man sie auf Ehre und Gewissen befragt. Dafür hat schon die Aufklärung des 19. Jahrhunderts gesorgt zusammen mit der durch sie so erfolgreichen Naturwissenschaft. Wenn aber von der Wissenschaft »abgesegnete« Erkenntnisse angeboten und nach allen Regeln der Kunst geprüfte und anerkannte Stimmenbeispiele von jedermann gehört werden können, wird ein Umdenken einsetzen: Es geht doch weiter, auch wenn wir sterben! Daß dieses neue Wissen bei denkenden Menschen (und diese gibt es!) weltanschauliche Konsequenzen haben wird, ist keine zu kühne Behauptung. Und daß von da aus letztlich Ausstrahlungswirkungen auf die breite Masse zu erwarten sind, ist auch nicht zu weit hergeholt, denn zu den denkenden Menschen gehören auch Journalisten, Fernsehmoderatoren usw.

Noch ist es nicht so weit! Noch verhalten sich »die« Wissenschaftler abwartend bis unwillig abwehrend. Das einzige, was wir tun können, ist tapfer und unbeirrt weiterzumachen wie bisher, bis der Druck von unten so groß wird, daß man nicht mehr anders kann, als die Sache endlich in die Hand zu nehmen. Vor 20 Jahren sagte ich am Schluß meines Düsseldorfer Vortrages - und dem ist heute - leider - nichts hinzuzufügen:

"Auf uns, die wir Bescheid wissen, lastet die Verantwortung für diejenigen, welchen wir den Weg erst zeigen müssen. Es gibt Millionen kritischer, aber gutwilliger Menschen, die auf unsere Beweise warten. Laßt uns nicht ruhen, bis wir sie ihnen so anbieten können, daß sie verstanden und angenommen werden."


(Quelle: VTF-Post P 74, Heft 1/94)