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Ein paranormales Erlebnis in Fulda

von Edelgard John, Rothenburg o. T.

Vor zwei Jahren war es, auf der Mai-Tagung. Ich war gerade aus Rothenburg angekommen und setzte mich im Kolpinghaus an einen Tisch zu Branton de Geus. Zu unseren Füßen lag mein Hund Rolf.

Christine Köberle trat in den Raum, sah mich und kam mit ausgestreckter Hand auf mich zu. Dann aber blickte sie kurz auf den Fußboden und trat mit einem erschreckten "Oh!" zurück. "Da ist ja ein kleiner brauner Hund!" sagte sie. "Da ist ein großer schwarzer Hund!" spottete ich, gewohnt, wegen der Größe von Rolf verulkt zu werden. "Aber nein, den Rolf kenne ich ja. Da war wirklich ein kleiner brauner Hund bei ihm!" - Und dann sagte zu meiner Überraschung Branton de Geus, er hätte eben auch einen kleinen braunen Hund bei Rolf gesehen, ob das wohl ein Hundefreund, der gestorben wäre, sein könnte?

Mit bestem Willen konnte ich mich an keinen Freund von Rolf erinnern, der gestorben war und so aussah. Ja, wäre da ein Schäferhund gewesen, so hätte ich es sofort akzeptiert.

Etwa drei Monate später kam mir eine alte Fotografie in die Hand, die ich machte, als Rolf etwa ein halbes Jahr alt war. Da sitzt meine Nachbarin auf ihrer Bank vorm Haus, neben sich den 'Waldi', einen kleinen braunen Dackelmischling. Vor ihr steht Rolf.

Als ich Rolf mit sieben Wochen holte, war er noch kleiner als Waldi, und es war goldig zuzusehn, wie sehr er den 'großen' und 'erfahrenen' Hund liebte und nachzuahmen suchte - auch dann noch, als er ihn an Körpergröße längst überholt hatte. Wie konnte ich nur den Waldi vergessen? - Er starb, ehe Rolf ganz erwachsen war.

Ich ließ die Fotografie vervielfältigen und zeigte sie Christine Köberle bei der Herbsttagung. Ja, genau das war er, der kleine braune Hund damals! Ich schickte einen Abzug an Branton de Geus - der kleine braune Hund war kein Trugbild, keine Halluzination, konnte auch nicht meinen Gedanken abgezapft sein, da ich ihn so ganz vergessen hatte. Er war wirklich nach Fulda gekommen, um seinen groß gewordenen Freund zu besuchen.

Ich weiß, daß nicht nur 'tote' Menschen, sondern auch Tiere sich bemerkbar machen, sichtbar oder hörbar. Ich weiß, daß das viel häufiger geschieht, als es 'zugegeben' wird. Manchmal wende ich einen Trick an, erzähle, wahrheitsgemäß natürlich, eigene Erlebnisse, und dann kommt sehr, sehr oft, ja, das wäre verständlich, der Schmerz, die Erregung (Trugbilder also) - obwohl --- und dann hatte fast jeder selbst doch auch so ein Erlebnis. Und als Schlußwort beeilt er (oder sie) sich zu sagen: aber natürlich, das wäre auch nur Einbildung gewesen!

Daß Tiere Unerklärliches sehen, scheint man leichter zugeben zu können. Katzen vor allem! Hat man sie deshalb früher mit Hexen in Zusammenhang gebracht?

Um auf Waldi zurückzukommen, ihn sahen unabhängig voneinander und ohne ihn gekannt zu haben, zwei Menschen, die wir alle kennen und hoch achten. Und sie sahen ihn genau so, wie er im irdischen Leben war, nicht irgend ein 'Schema Hund'. Dies spricht, glaube ich, gegen eine 'Gruppenseele' für jede Tierart, wie sie manche Esoteriker annehmen.

Wenn Geistwesen nur mit Hilfe von Ektoplasma aus einem materiellen Körper sich für uns sichtbar machen können, wer war das Medium? Gar Rolf?

Wollte Waldi, oder wollte ein Wesen aus dem Königreich der Tiere (animal kingdom) sagen: "Ihr bemüht euch so sehr, den zweifelnden und verzweifelnden Menschen zu helfen - vergeßt nicht, daß auch wir lebende Seelen sind!"?


(Quelle: VTF-Post P 34, Heft 1/84)