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Erwägungen zum Verständnis der paranormalen Verbindungsbrücke, ihr Ausbau und Einfluß auf unsere Psyche und Lebensführung

von Friedrich Jürgenson, Höör (Schweden)

Da diese elektronische Verbindungsbrücke zwischen zwei Lebensebenen etwas Neues, Nochniedagewesenes darstellt, und da wir aus unserer an Zeit und Raum gebundenen Lebensdimension nicht imstande sind, die Vorgänge und Verhältnisse jener verborgenen Wirklichkeit direkt wahrzunehmen - so ungefähr wie ein Tiefseefisch den Flug eines Adlers nicht wahrnehmen kann - so wäre es für uns von großer Bedeutung, die physischen und psychischen Voraussetzungen kennen zu lernen, die uns zum Verständnis jener neuen Lebensebene behilflich sein könnten.

Wenn man das Dunkel einer unbekannten Grotte erforschen will, muß man sich mit Licht und Kompaß versehen, man muß zweckmäßig ausgerüstet sein, vor allem mit Mut, Beharrlichkeit und Forschungslust, denn sonst begibt man sich nicht auf solche vagen Fahrten. Das gleiche gilt für unsere Forschungsarbeit, denn auch wir müssen zweckmäßig ausgerüstet sein - physisch und psychisch. Da diese Kommunikation über ein elektromagnetisches Tonbandgerät verläuft, und die Einspielungen über das Gehör wahrgenommen werden, so sollten wir zu allererst mit den Bedingungen vertraut werden, die für eine klare Einspielung und ihre Deutung sich am besten eignen. Der Erfolg unserer Forschungsarbeit hängt im großen und ganzen von folgenden Faktoren ab: der Stabilität und Klangwiedergabe des Tonbandgerätes, der Sensibilität und Schärfe unseres Gehörs, dem Gleichgewicht unserer Psyche, und dem Grade unserer Wachheit und Aufmerksamkeit.

Was die Eigenschaften des Tonbandgeräts anbetrifft, so eignet sich zu unserem Zwecke ein stabiler mit zwei Spuren und einem gediegenen Lautsprecher ausgerüsteter Apparat. Vier Spuren sind ungeeignet, da die Einspielungen durch zu dichte Lagerung zu Tonüberschlägen führen können. Ein stabiles Gerät verschleißt nicht so rasch und widersteht der Belastung der beim Testen der Einspielungen oft vorkommenden Rückkopplungen. Ich möchte hierbei dem Anfänger einen Rat erteilen, der gleichzeitig eine Mahnung und Warnung enthält. Setzt euch nicht an das Tonbandgerät, bevor ihr seine Funktionen gründlich kennengelernt habt. Das gilt vor allem der rein technischen Seite der Einspielung - der richtigen Einstellung von Lautstärke, Klang und Tonfarbe, dem Abstand des Mikrofons und der richtigen Einlegung des Bandes, da bei verkehrter Bandauflage sich rücklaufende Einspielungen ergeben. Man kann bei einer ganz einfachen Mikrofonaufzeichnung unserer eigenen Stimme bei fehlerhafter Lautstärke völlig verzerrte Klänge erzielen, bei denen kein Wort mehr verstanden werden kann. Wenn wir die technische Seite der Aufzeichnung nicht völlig beherrschen, wird das ganze im Dilettantischen steckenbleiben.

Wollen wir jetzt unsere Aufmerksamkeit einem anderen Instrument zuwenden - nämlich dem Ohr, von dessen Schärfe und Sensibilität ein beträchtlicher Teil unserer Forschung abhängt. Die Tatsache, daß wir sehr verschieden hören, ist offenbar. Doch hängt die Kapazität unseres auditiven Auffassungsvermögens nicht nur allein von der Physik unseres Ohres ab. Der psychische Faktor ist hier entscheidend, genau so wie bei allen anderen Sinnes- und außersinnlichen Wahrnehmungen. Es hat sich erwiesen, daß schwerhörige, mit Hörapparaten ausgerüstete Tonbandstimmenforscher, deutliche Einspielungen erzielen können, und mitunter gewisse Tonfrequenzen rascher und deutlicher vernehmen, als die übrigen normalhörenden Forscher.

Die Bedienung eines Tonbandgerätes und seine Pflege läßt sich leicht erlernen, dagegen vernachlässigen wir öfter die Pflege unseres Ohres, wir vergessen, oder sind unbewußt über die Verletzbarkeit dieses äußerst sensiblen und sinnvollen Instrumentes, von dessen Funktion wir sehr abhängig sind. Ganz abgesehen von dem schädlichen Verkehrslärm der Städte belastet der moderne Mensch sein Ohr mit ständigen Klängen der Radio- oder Fernsehprogramme, dazu noch meist in betäubender Stärke, völlig unbewußt der verheerenden Folgen solcher brutalen Lärmeinwirkungen. Nichts aber wirkt so wohltuend für Psyche und Ohr wie das Lauschen in die Klänge der unberührten Natur, die noch nicht von dem brutalen Lärm der Motoren vergewaltigt ist. Wie wir heute wissen, können Gehörschäden nur äußerst schwer geheilt werden, und Jugendliche, die durch den Lärm der Diskothek Gehörschäden erlitten haben, weisen ebenfalls psychische Schäden auf. Bei steigender Neurose fühlt man sich gezwungen, die Lautstärke des Radios oder des Fernsehens - besonders Musik - auf maximum zu schrauben. Betäubende, dröhnende Klänge berauschen das Gemüt, sie sind die Narkotika der Psyche - eine Flucht aus der Wirklichkeit.

Die Kunst des Lauschens ist eine mühsame, sehr wichtige und spannende Angelegenheit. Sie kann nur dann richtig erlernt werden, wenn wir ernstlich bereit sind, uns selber kennen zu lernen, und zwar so, - wie wir wirklich sind. So kann man zum Beispiel mit einem perfekten Gehör geboren sein, nicht nur im Sinne der Musikalität, sondern im gewöhnlichen Hörvermögen - und trotzdem durch Streß, Rastlosigkeit, Zerstreutheit und innere Wirrnisse schlecht hören, und das will sagen: nicht imstandesein, die notwendige Aufmerksamkeit aufzubringen, die beim Ablauschen eines Tonbandes oder auch einer an uns gerichteten Ansprache erforderlich ist. Sind nicht die meisten von uns vom Geschwätz unserer eigenen Gedanken beherrscht und in Anspruch genommen, hört man nicht vorwiegend zu sich selber, und dann dazwischen mit halbem Ohr zur Umwelt? Richtig lauschen können wir erst dann, wenn der Schwall der Gedanken zum Schweigen gebracht ist, und die Wogen der Gefühle sich beruhigt haben, erst dann, wenn innere Stille herrscht und die klare Aufmerksamkeit erwacht ist, beginnt das richtige Lauschen. Hiermit aber sind wir ins Reich der Psyche eingedrungen, in jene dunkle Grotte, deren Inneres wir jetzt erforschen wollen. Wäre es nicht schön, wenn wir diese Entdeckungsreise völlig selbständig unternehmen wollten? Warum sollten wir uns um die Aussagungen anderer Forscher kümmern, die da vorgeben, die Grotte erforscht zu haben, wenn ihre widersprüchlichen Behauptungen nur zu Streitigkeiten und Verwirrung führen und das Dunkel noch mehr verdichten? So laßt uns unvoreingenommen, und das will sagen: mit einem offenen Sinn, die Fahrt ins Unbekannte antreten. Da kein irdisches Licht die Grotte erhellen könnte, sind wir auf unser eigenes Licht angewiesen - auf das Licht unserer Einsicht. Dieses innere Licht existiert, ist Wirklichkeit, sind doch in ihrem Scheine alle großen Erfindungen gemacht worden - alle wahre Kunst geschaffen und erblüht. Doch liegt die Quelle dieses Lichtes außerhalb des Bereichs der Gedanken. Erst wenn die Gedanken schweigen und innere Stille herrscht, flammt Einsicht auf Einsicht, ist Erkenntnis das Innewerden unserer ganzen Existenz, unserer ganzen Gedanken u. Gefühlsmechanismen, unserer Reaktionen u. Ursprünge - unserer ganzen Struktur. Erst im Zustande klarer Wachheit erwacht Intelligenz, Einsicht - Selbsterkenntnis. Die Tragik des Menschen besteht darin, daß er die dringende Notwendigkeit der Selbsterkenntnis nie richtig erfaßt hat, und dadurch den Gefahren, die im Inneren seines Wesens verborgen sind, nicht bewußt werden konnte. Gewiß, auch die Angst vor dem Unbekannten, vor der eigenen Leere und Dunkelheit wirkt abschreckend und lähmend. Deswegen sucht der Mensch das Vertraute, das Bekannte, die Geborgenheit, die Sicherheit; man sucht doch keine neuen Wege, wenn man den alten benutzen kann. So aber wird man in das Netz der Zeit verstrickt und Sklave der Vergangenheit. Ist nicht die Frage, wie handeln wir, von entscheidender Bedeutung, denn die Art unserer Handlungen ergibt sich aus unserer Lebensführung in Beziehung zu unseren Mitmenschen und der Welt. Zunächst können wir feststellen, daß alles Lebende durch Energie besteht denn Leben ist Energie, ganz gleich, ob sie sich im physischen oder psychischen Plane manifestiert, sie erfüllt alles und bleibt doch unerschöpflich.

Was unsere Handlungen anbetrifft, so sind sie lediglich ein Ausdruck dieser Energie - allerdings verschieden gesteuert und zum Ausdruck gebracht. Darin aber liegt der springende Punkt, der Kern unserer Frage. Wir brauchen nicht viel Scharfsinn, um klar feststellen zu können, daß es zwei grundverschiedene Ausdrucksweisen der menschlichen Handlungen gibt: die eine Ordnung schaffend, konstruktiv, aufbauend - die andere Unordnung stiftend - destruktiv, zerstörend. Wenn wir bedenken, daß Ordnung Kosmos bedeutet, und Unordnung Chaos, so sind wir in unserer Forschungsfahrt ein beträchtliches Stück weitergekommen, und es beginnt tatsächlich heller um uns zu werden. Es ist ja völlig offenbar, daß man im Dunkeln keine Ordnung schaffen kann, geschweige denn, daß sich je etwas errichten oder aufbauen läßt.

So mußten alle Handlungen zur Herstellung der Ordnung, des Friedens und der Verbrüderung der Menschheit dem Lichte dieser Einsicht entsprungen sein. Dagegen kann in Dunkelheit nur Chaos ausgebrütet werden mit allen seinen destruktiven Folgen wie Kriege, Konzentrationsläger, Massenvernichtung, Folter und Terror jeglicher Art und auf allen Gebieten der Religion, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Unsere arme, kranke Welt von heute ist ein erschreckend klares Beispiel dieser Eingriffe aus der Dunkelheit und ihrer katastrophalen Folgen. Heute ist die Wasserstoffbombe bereits veraltet. Todesstrahlen infernalischer Art sind heute imstande, mittels ferngesteuerter Satelliten binnen einiger Stunden alles Leben auf unserem Planeten restlos zu vernichten.

So ist es offenbar, daß erst dann, wenn wir uns der drohenden Gefahr völlig bewußt werden, die in unserem Inneren verborgen liegt - und wir somit die monströse Struktur unseres eigenen Ichs erkannt haben - unsere Wesenheit aus diesem Bann erlöst werden und eine Transformation zustande kommen kann. Darum spielt es keine Rolle mit welcher Tätigkeit wir gerade beschäftigt sind. Selbsterkenntnis kann überall und zu jeder Zeit betrieben werden. Sie ist die praktischste Betätigung, die es überhaupt geben kann, denn ihr Bereich liegt im Alltag, im wachen Umgang mit unseren Mitmenschen, mit der Umwelt und mit uns selber.

Abschließend noch ein paar Worte über unsere Stimmenforschung und ihre Bedeutung. Die Tatsache, daß wir aus einer verborgenen, nachtodlichen Lebensebene angesprochen werden, löst das Rätsel und Problem des Todes. Da Leben und Tod eine untrennbare Einheit darstellen, löst sich dadurch gleichzeitig das Problem des Lebens. Doch wenn Tod und Leben im Lichte der Wirklichkeit erkannt werden, so wie sie in Wahrheit sind, erwacht Liebe in unserem Herzen, die in sich zeitlos ist.


(Quelle: VTF-Post P 24, Heft 2/81)