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VTF-Forschung – Wie kommen wir weiter?

von Werner Schultz, Bredstedt

In einem Aufsatz in der VTF-Post P 112 habe ich als Fazit nach 28-jähriger VTF-Forschung die Behauptung aufgestellt, dass bisher nichts Bedeutsames erforscht und erarbeitet worden sei, was uns von den Anfängen der Tonbandstimmenforschung seit der Entdeckung durch Friedrich Jürgenson unterscheiden würde. Das war zugegebenermaßen provokativ, und das sollte es auch sein. Mir ging es primär darum, deutlich zu machen, dass die Zufriedenheit, mit der wir mehr oder weniger alle unsere Einspielungen vornehmen, mit einer ernsthaften Forschung nicht im geringsten etwas zu tun haben. Denn es ist ja tatsächlich wahr, dass so ziemlich alle Methoden der künstlichen Geräuschentwicklung zu guten bis sehr guten Ergebnissen führen. Die Wassermethode genauso wie die Methode, an einem Holz zu reiben oder, wie von Herrn Fred Klode in der P 113 geschildert, an einer Hartplastikflasche zu schaben. Alles das funktioniert, letzteres sogar äußerst hervorragend. Nur – wie wollen wir mit solchen Verfahren ernsthafte Wissenschaftler überzeugen und sie motivieren, uns mit ihrem Know-how und ihren technischen Möglichkeiten zu helfen, so etwas wie eine Gegensprechanlage mit unseren Freunden im Jenseits zu entwickeln? Man wird für ein derartiges Ansinnen nicht mehr als ein müdes Lächeln übrig haben. Leider – aber wir müssen auch verstehen, dass für einen Wissenschaftler, egal welcher Fachrichtung er angehört, nur gelten kann, was man sehen, anfassen und berechnen kann. Das haben sie gelernt, so sind sie gepolt. Wenn ein Jenseitiger aus der Flasche spricht, lachen sie sich tot.

In mehreren, weit zurückliegenden VTF-Publikationen wurde von Herrn Köberle der Gedanke aufgeworfen, für Einspielungen ein Rohmaterial anzubieten, "das möglichst nah an den Klang der Sprache herankommt, in der man Antworten erwartet, das aber unverdächtig ist, also nicht bereits Passagen in dieser Sprache enthalten darf. Das angestrebte Rohmaterial hätte den Vorteil, zu seiner Umformung in Stimmen weniger Energie zu benötigen als anderes. Im Prinzip müsste vorhandenes Sprachmaterial irgendwie zerstückelt und dann neu zusammengesetzt werden. Das Rohmaterial sollte aber wie aus einer Quelle immer neu sprudeln, also nicht von einer Konserve kommen."

Nun, auf ein derartiges Rohmaterial können wir dank eines Computerprogramms bereits seit längerer Zeit zurückgreifen. Das Programm heißt "EVPmaker" und wurde inzwischen noch weiter verbessert (siehe P 112). Es kann neben der reinen Mikrofonmethode als die einzig seriöse Einspielmethode bezeichnet werden, die jeden, aber auch wirklich jeden Zweifler und Kritiker mundtot macht, weil es für diese Art der Einspieltechnik im Erfolgsfalle eben nur die Erklärung der Paranormalität gibt. Alle anderen Erklärungsversuche entbehren zwangsläufig und folgerichtig jeglicher Grundlage. Es gibt keine andere Erklärung.

Wer mit diesem Programm noch keine Versuche gemacht hat, dem sei allerdings gesagt, dass das Abhören der gesamten Einspielung noch etwas zeitaufwendiger ist und erheblich sorgfältiger erfolgen muß als im Normalfall, wenn keine paranormalen Botschaften unentdeckt bleiben sollen. Je nach Zerstückelungsrate empfiehlt es sich, die Einspielung zunächst in der Normalgeschwindigkeit, und danach erneut mit 25%iger oder gar 50%iger Reduzierung abzuhören.

Damit Sie sich ein objektives Bild machen können, wie ich einspiele, beschreibe ich Ihnen meine Gerätekombination:

Im Arbeitszimmer meines Hauses steht ein Computer, auf dessen Festplatte sich das Programm "EVPmaker" befindet. Das von mir favorisierte, fremdsprachige Material befindet sich auf einer Kassette, die vom VTF vor Jahren als sogenannte Konservenkassette angeboten worden ist. Daraus habe ich eine etwa 10-minutige Nachrichtensendung ausgewählt, die abwechselnd von weiblichen und männlichen Sprechern vorgetragen wird. Dieses Sprachenmaterial wurde dann mit Hilfe des Programms "Cool Edit 2000" als "Rohmaterial" archiviert. Es wird im Bedarfsfalle in das Programm "EVPmaker" eingeladen. Den "Zerstückelungsfaktor" stelle ich auf 50 ms (ms = Millisekunden) ein, d.h. das Ausgangsmaterial enthält dann nur noch Sprachfetzen von 50 ms Dauer, die durch einen Zufallsgenerator wahllos miteinander verknüpft werden. Das Ergebnis ist ein heillos dahersprudelndes Lautgemisch, bestehend aus weiblichen und männlichen Tonanteilen.

Da mich der zur Kühlung meines Computers notwendige Ventilator durch sein Geräusch erheblich stört, sende ich das soeben beschriebene, erzeugte Rohmaterial in einen Nebenraum, in welchem sich ein Weltempfänger des Fabrikats Grundig Satellit 600 befindet. Als Sende- und Empfangsanlage verwende ich eine gegenwärtig überall käufliche Anlage, die als sogenanntes Funk-Übertragungssystem verkauft wird. Meine stammt von ALDI. Das Fabrikat heißt MEDION. Gedacht ist sie, um z.B. einen Zweitfernseher irgendwo im Hause, kabel- und antennenlos mit dem Hauptfernseher per Funk zu verbinden. Und natürlich lassen sich auch ein Radioprogramm oder andere Signale von Raum zu Raum damit übertragen. Meine Funkstrecke von Raum zu Raum beträgt ungefähr 14 Meter Luftlinie. Am Satellit 600 befindet sich eine LINE-IN-Buchse, an die der Empfänger des Funk-Übertragungssystem angeschlossen ist. Der Satellit dient also in diesem Falle lediglich als Verstärker. Die Einspielung erfolgt dann auf übliche Weise mit dem Hannoverschen Mikrofon und entweder einem MiniDisc-Recorder oder vorzugsweise einem digitalen Diktiergerät. Danach übertrage ich die Einspielung in einen Laptop, auf dem sich ebenfalls das Programm "Cool Edit 2000" befindet.

Die Auswertung einer so gewonnenen Einspielung stellt nun an den Abhörenden allerhöchste Ansprüche. Man muß sich vorstellen, dass bei einer Zerstückelung von Wortanteilen auf 50 ms und einer Aneinanderreihung von 50 solcher Anteile, sich in 1 Sekunde (!) eine paranormale Botschaft befinden kann, die entdeckt werden muß. Ich glaube deshalb, dass man mit dem Kassettenrecorder dabei ganz einfach überfordert ist. Man braucht dazu den Computer und das Programm "Cool Edit 2000".

Zu allem Überfluß habe ich mir die von der Firma Diamant-Elektronik entwickelte Sprachfilter-Verstärker-Kombination SV 350 gekauft, mit der ich sehr zufrieden bin. Das Gerät ist einfach zu bedienen und leistet erstaunliches. Sehr leise Flüsterstimmen können deutlich verbessert und hörbar gemacht werden, Störgeräusche lassen sich durch Betätigung von 2 bzw. 3 Kippschaltern in den Hintergrund drängen. Wer das Gerät besitzt, möchte wahrscheinlich nie mehr ohne diese Unterstützung abhören. Der Preis von 249 Euro für VTF-Mitglieder, ist sicher angemessen und gerechtfertigt. Trotzdem sollte der VTF-Vorstand auf Herrn Hansen dergestalt einwirken, dass der Preis auf unter 200 Euro gesenkt wird, damit sich wirklich jedes VTF-Mitglied dieses wertvolle Hilfsmittel zulegen kann. Ich glaube, dass das möglich sein dürfte, wenn das Gerät ohne die im Lieferumfang eingeschlossenen Aktivboxen und den Kopfhörer angeboten wird. Man kann auf beides gut verzichten.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass wir mit dem "EVPmaker" eine Entwicklung erreicht haben, mit der wir auch den letzten Zweifler überzeugen können. Was wir brauchen, sind gute Stimmen und Botschaften, die mit Hilfe des "EVPmaker" entstanden und gut dokumentiert sind. Ich wünschte mir eine Arbeitsgruppe, die über einen Zeitraum von

6 Monaten ausschließlich Einspielungen mit dem "EVPmaker" machen würde, um herauszufinden, bei welcher Einstellung sich die meisten und besten Botschaften manifestieren. Wir haben mit diesem Programm ein hervorragendes Werkzeug in der Hand.

Das Forschen kann beginnen.


(Erschienen in der VTF-Post P 114, Ausgabe 1/2004)