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Streichkonzert

Erfahrungen mit der "Ultrasonicus"-Methode
von Werner Schultz

Herr J. Nett hat in der letzten VTF-Post über erste Erfahrungen mit dem "Ultrasonicus" berichtet. Ich möchte diesen Bericht gerne ergänzen und um einiges erweitern, denn wer nicht in Fulda war und gesehen hat, was Gerhard Helzel da gezeigt hat, der kann sich wahrscheinlich nur schwer ein Bild machen, um was es bei dieser Demonstration ging und wie man es machen muß, um gute Ergebnisse zu erzielen. Denn gute Ergebnisse bekommen Sie mit dieser Methode, auch wenn das ganze – wie Jürgen Nett korrekt schildert – alles ein wenig lächerlich wirkt. Aber wirkt es denn auf jeden Uneingeweihten nicht ebenso lächerlich, wenn er beobachtet, dass sich Experimentatoren auf die Toilette oder ins Badezimmer begeben, um dort mittels Wasserplätschern Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen? Und was stört es uns, wenn andere lachen, so sie es denn überhaupt mitbekommen. Nein, glauben Sie mir, diese Methode, mit einem Gewindestab an einem Stück gedrechselten Holz zu reiben, wohlgemerkt zu reiben (!), nicht zu kratzen oder eigenartige Quietschgeräusche zu erzeugen, ist für unsere jenseitigen Freunde scheinbar hervorragend geeignet, um sich deutlich zu vermitteln. Und, was noch wichtiger ist, es ist wirklich eine Methode, die allen Kritikern und Skeptikern den Wind aus den Segeln nimmt und möglicherweise geeignet sein könnte, um ernsthafte Wissenschaftler zu überzeugen. Aber wer will das schon?

Ob es nun unbedingt der Ultrasonicus sein muß, möchte ich mal dahingestellt sein lassen. Meine ersten Versuche habe ich mit dem Hannoverschen Mikrofon gemacht, und das würde ich Ihnen für den Anfang auch empfehlen. Das von Gerhard Helzel entwickelte Gerät mit Namen "Ultrasonicus" ist im Grunde nichts anderes als ein hochempfindliches Mikrofon – vergleichbar mit dem Hannoverschen Mikrofon –, dem zusätzlich noch eine Ultraschallkapsel hinzugefügt worden ist.

Was braucht man nun für einen ersten Test? Besorgen Sie sich als erstes aus einem Baumarkt eine Gewindestange M3. Solche Gewindeachsen findet man in der Regel in der Abteilung, wo es Schrauben, Muttern und Beschläge gibt. Sie sind 75 cm oder 100 cm lang. Es gibt sie in Messing und in Stahl. Ich empfehle die Stahlachse. Dann brauchen Sie ein Holz, an dem Sie reiben können. Sehr geeignet sind Rundhölzer, wie sie früher an fast jedem Möbelstück zu finden waren. Rundhölzer also, die gedrechselte Kerben besitzen, in die hinein man den Gewindestab legen kann, ohne dass er abrutscht. Ich selbst besitze einen kleinen antiken Tisch mit einem gedrechselten Standbein, welches so verschnörkelt ist, dass ich etwa 10 verschiedene Möglichkeiten besitze, den Gewindestab anzusetzen. Aber es geht auch einfacher. Wenn Sie schon im Baumarkt sind, schauen Sie einfach auch noch in der Holzabteilung vorbei. Dort findet man gedrechselte Tischbeine, denen man allerdings später noch einen geeigneten, kratzfesten Farbanstrich geben muß. Ein solches Tischbein sehen Sie auf beiliegendem Foto. Ich habe es mit einer Schraubzwinge (auch aus dem Baumarkt) an einem kleinen Beistelltischchen befestigt. Besser ist natürlich ein größerer Tisch, der eine größere Resonanz verspricht. Bevor es weitergeht, machen Sie jetzt erstmal einen Test. Legen Sie die Gewindestange in eine der Rillen, vielleicht in die äußerst rechte oder linke Rille am Ende des Beines. Üben Sie keinen Druck auf die Gewindestange aus. Das Eigengewicht der Stange ist vollständig ausreichend. Ziehen Sie die Stange jetzt mit einer möglichst gleichbleibenden Geschwindigkeit hin und her. Hier muß man probieren, welche Geschwindigkeit richtig ist. Solange Sie nichts anderes als ein gleichbleibendes Reibegeräusch hören, sind Sie entweder zu schnell oder mit der Gewindeachse zu weit außen. Nehmen Sie die nächste Kerbe weiter nach innen und reiben Sie wieder. Alles immer ohne jeden Druck.. Reiben Sie langsamer, schneller, ganz langsam und horchen Sie auf das Geräusch, was dabei entsteht. Reiben Sie nicht wild drauf los. Dann erleben Sie das, was Jürgen Nett erlebt hat, dass es nämlich unschöne, laute und schrille Geräusche gibt. Es gibt eine Position auf dem Tischbein und es gibt eine Streichgeschwindigkeit, die, wenn beide zusammentreffen, bereits ohne Mikrofonverstärkung ganz deutlich eine Unterhaltung vermuten lässt. Ja wirklich, es hört sich so an, als ob hinter einer dicken Tür Menschen miteinander sprechen. Verstehen kann man nichts, aber es sind eindeutig menschliche Stimmen. Versuchen Sie diese Position zu erreichen und werden Sie nicht mutlos, wenn Ihnen das nicht auf Anhieb gelingt. Seien Sie sicher, es gibt sie, und Sie werden diese Stelle auch finden. Danach sind Sie für eine echte Einspielung bereit.

Stellen Sie das Mikrofon ungefähr 10–15 cm vor den Schwingkörper, schalten Sie Ihr Aufnahmegerät ein und sprechen Sie unsere Freunde liebevoll an. Stellen Sie Ihre Frage oder bitten Sie darum, dass sich eine bestimmte Person melden möge. Danach beginnen Sie Ihr "Streichkonzert". Sie dürfen/sollen den Gewindestab dabei ruhig vorsichtig etwas nach links und rechts, auch nach oben und unten bewegen, damit sich die Frequenzen etwas verändern. Nach ca. 20 Sekunden beenden Sie das Reiben und stellen Ihre nächste Frage. Danach kommt das wichtigste: Das Abhören. Wer einen Computer und das Programm CoolEdit besitzt, vielleicht auch noch das neue Filterprogramm ClearVoice, der ist besonders gut dran. Es muß nämlich jetzt versucht werden, das Reibegeräusch durch Filterung so gut wie möglich in den Hintergrund zu drängen, ohne dass dabei zu viele Stimmenanteile verloren gehen. Sie werden staunen, was Sie danach vernehmen können. Aber auch wer nur mit dem Kassettenrecorder arbeitet und keine Möglichkeit der Filterung besitzt, wird nach einiger Übung, und nachdem er gelernt hat, hinter das vordergründige Reibegeräusch zu hören, eine Überraschung erleben. Angesprochene Wesenheiten melden sich mit ihrem Namen, auf Fragen bekommen Sie sinnvolle Antworten. Nicht immer, aber doch erstaunlich oft. Leider gelingt es nicht immer, die Botschaften in eine verständliche Sprache umzuwandeln, aber es lohnt sich auf jeden Fall, diese Art der Kontaktaufnahme weiter zu erforschen.

Der Ultrasonicus ist nun, wie bereits erwähnt, ein Mikrofon, welches in der Lage sein soll, sprachliche Auflagerungen aus dem Ultraschallbereich zu demodulieren. In wieweit bei der oben beschriebenen, eher ruhigen und verhaltenen Reibemethode auch Ultraschallanteile enthalten sind, weiß ich nicht. Ich vermute mal eher keine. Wer darüber mehr wissen möchte, sollte sich vielleicht direkt an Gerhard Helzel (externer Link) wenden, der, wie ich weiß, in dieser Richtung bereits über sehr gute Erfahrungen verfügt.


(Erschienen in der VTF-Post P 109, Ausgabe 4/2002)