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Eine kurze Chronik des Vereins für Transkommunikations-Forschung
anläßlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums

von Uwe Wagner

Ob in kleinen Kreisen, auf großen Tagungen oder in der im Entstehen befindlichen Forschungs- und Begegnungsstätte in Wiesbaden, noch immer finden sich Menschen, denen das Phänomen der geheimnisvollen Stimmen auf Tonbändern oder Cassetten keine Ruhe lässt. Noch immer riskieren Menschen ihren guten Ruf, um der Öffentlichkeit die Tatsächlichkeit dieser Stimmen nahezubringen; und mehr noch: Sie lassen sich nicht davon abbringen: Diese Stimmen stammen von den Toten, die uns mitteilen wollen: "Wir leben – der Tod ist nur ein Übergang".
Als der VTF am 27. April 1975 gegründet wurde, war dies bereits der Höhepunkt eines noch jungen Zweiges der parapsychologischen Forschung. Die Erfoschung der paranormalen Tonbandstimmen hatte sich gegen viele Widerstände von allen Seiten Bahn gebrochen. Die Zahl der Forscher und an der Forschung Interessierten war inzwischen so groß geworden, dass es einer organisatorischen Grundlage bedurfte.
Die Entdeckung des
Tonbandstimmen-
Phänomens

Friedrich Jürgenson (1903-1987)
Im Sommer 1959 hatte Friedrich Jürgenson, ein in Schweden lebender Kunstmaler und Sänger, beim Aufnehmen von Vogelstimmen erstmals jene rätselhaften Signale auf sein Tonband gebannt, die später für so viel Wirbel sorgen sollten. Jürgenson hat immer betont, dass er von einer anderen Lebensdimension angesprochen wurde, welche den Kontakt mit uns wünschte. Dennoch ließ Jürgenson sich Zeit, ehe er mit seiner Entdeckung an die Öffentlichkeit ging. Für mehrere Jahre verfolgte er das Phänomen, bis er sicher war, dass es echt war.

1963 stellte Jürgenson dann das Phänomen der Öffentlichkeit vor, was die unterschiedlichsten Reaktionen auslöste. Während einige die Sache belächelten und spöttische Kommentare darüber machten, nahmen andere die Sache durchaus ernst. Da waren einmal Techniker von Schwedischen Rundfunk, die zu Jürgensons Haus kamen, um dort mit versiegelten Bändern Einspielungen zu machen. Sie mussten sich davon überzeugen, dass das Phänomen vorhanden war. Die Teilnehmer an diesen Einspielungen wurden von den mysteriösen Wesenheiten mit Namen angesprochen. Man war allgemein bestürzt und verwundert, wie etwas derartiges möglich war.
Erste
wissenschaftliche
Untersuchungen

Claude Thorlin, Hans Bender und
Friedrich Jürgenson
Jürgensons Entdeckung rief nun auch die Parapsychologie auf den Plan, allen voran Prof. Hans Bender vom Freiburger parapsychologischen Institut. Auch er reiste mit einigen Mitarbeitern nach Schweden, um sich vor Ort von der Echtheit des Phänomens zu überzeugen. Prof. Bender hat später ausführlich über seine Experimente bei Friedrich Jürgenson berichtet und das Phänomen für echt erklärt (siehe Hans Bender: Zur Analyse außergewöhnlicher Stimmphänomene auf Tonband [1970]). Jürgensons Deutung allerdings, es handele sich um die Kundgaben Verstorbener, mochte Hans Bender nicht folgen. Er war vielmehr davon überzeugt, dass es sich um Manifestationen des Unterbewusstseins von Jürgenson oder auch anderer, bei der Einspielung anwesender Personen handelte. Immerhin lud Bender Jürgenson ein, nach Freiburg zu kommen, um im Institut neue Experimente zu machen. Jürgensons Kooperationsbereitschaft war beispielhaft und er folgte der Einladung. Auch bei den Experimenten in Freiburg konnte die Echtheit des Phänomens erneut bestätigt werden. Interessant dabei war, dass man diese Experimente auch mittels Visible-Speech-Verfahren durchgeführt hat, was die Ergebnisse natürlich ungeheuer aufwertete.
Die Pioniere der
Tonbandstimmen-
forschung

Konstantin Raudive (1909-1974)
Friedrich Jürgensons Entdeckung rief natürlich nun auch andere auf den Plan, die Jürgensons Behauptung, jeder Mensch könnte diese Experimente erfolgreich machen, nachprüfen wollten. Unter ihnen nimmt Dr. Konstantin Raudive, ein aus Lettland stammender Philosoph und Schriftsteller, einen bedeutenden Platz ein. Raudive kam bei seinen Versuchen zu ähnlichen Resultaten wie Jürgenson, aber ihm sollte es beschieden sein, die neue Forschung bis nach England zu bringen.

Nach dem Erscheinen von Jürgensons Buch "Sprechfunk mit Verstorbenen", begleitet von einer Schallplatte mit Stimmenbeispielen, veröffentlichte Raudive ein Jahr später, nämlich 1968, sein erstes Buch "Unhörbares wird hörbar", ebenfalls mit einer Demonstrationsschallplatte versehen. Dieses Buch unterscheidet sich nun ganz wesentlich von dem des Entdeckers. Es besteht im wesentlichen aus der Wiedergabe von Einspielungsprotokollen. Aber es finden sich auch einige Stellungnahmen von wissenschaftlichen Mitarbeitern Raudives, unter ihnen Prof. Alex Schneider aus der Schweiz, der sich sehr engagiert an Raudives Experimenten beteiligte. Vielleicht war dies der Grund, warum dieses Buch den Weg nach England fand, um dort übersetzt und herausgebracht zu werden. Die Herausgeber verlangten allerdings, dass Raudive selbst nach England kommen müsste, um dort Einspielungen zu machen, unter strengen Versuchsbedingungen. Erst wenn dies erfolgreich geschehen wäre, würde das Buch erscheinen.
Weitere
Untersuchungen
bestätigen die
Existenz des
Phänomens
So kam Raudive nach England, und zwar einmal 1969 und dann noch einmal 1971 (siehe Peter Stein: Die vergessene Sternstunde - Konstantin Raudive in London 1971 [P73, 4/93]). Bemerkenswert an den dort durchgeführten Experimenten war, dass sie in abgeschirmten Räumen und nur mit Mikrofon durchgeführt wurden. Auch ein Experiment in einem Faradayschen Käfig war dabei. Alle Experimente erbrachten paranormale Stimmen, die von niemandem auf herkömmliche Weise erklärt werden konnten. Auch bei diesen Experimenten bekundeten die Stimmen, dass sie Tote seien und sich bemerkbar zu machen wünschten. Diese unter extrem schwierigen Bedingungen gemachten Experimente bezeugten eindeutig, dass hier ein neues paranormales Phänomen vorhanden war, welches nicht mehr weggeleugnet werden konnte. Dennoch konnten sich die Briten nicht für die weitere Erforschung dieser Stimmen erwärmen, wofür es diverse Gründe gab. Hauptsächlich kam die Ablehnung aus der parapsychologischen Gesellschaft (SPR), die der eindeutig spiritistischen Deutung nicht folgen wollten. Aber auch die hiesigen Spiritisten lehnten Raudives Stimmen ab, weil sie, wie sie meinten, viel zu kurz und wenig aussagestark wären.
Die Tonbandstimmen-
forschung im deutsch-
sprachigen Raum

Hanna Buschbeck (gest. 1984)
So blieb der Kern der Tonbandstimmenforschung auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Dort allerdings boomte sie in ungeahnter Weise. Das war zum großen Teil Jürgensons Buch zu verdanken, welches es dem Leser leicht machte, einen Zugang zu dieser Sache zu finden. Es war ein spannender Erlebnisbericht, in einer allgemein verständlichen Sprache. So wurden viele Menschen ermutigt, mit diesen Experimenten zu beginnen und ihre Erfahrungen an andere weiterzugeben.

Leo Schmidt (1916-1976)
Es gab auch schon jemanden, der sich bereit fand, die Ergebnisse und Erfahrungen zu sammeln: Hanna Buschbeck aus Horb am Neckar begründete bereits 1968 die lose Forschungsgemeinschaft der Tonbandstimmenforscher. Sie sammelte Berichte von Experimentatoren, machte Umfragen unter den Mitgliedern über deren Erfahrungen und veranstaltete auch Tagungen, wo man sich traf, um Erfahrungen auszutauschen und über neue Einspielmethoden zu diskutieren. Inzwischen befand sich auch der katholische Pfarrer Leo Schmidt unter den erfolgreichen Experimentatoren. Auch er hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben, mit dem Titel "Wenn die Toten reden".

Franz Seidl (1912-1982)
All diesen Pionieren war aber eines gemeinsam: Sie alle waren davon überzeugt, dass sie mit Verstorbenen Kontakt hatten, konnten auch auf ihre diesbezüglichen Versuchsergebnisse verweisen, die dies eindeutig belegten. Aber die Wissenschaft sperrte sich nachhaltig gegen diese Forschung. Selbst das parapsychologische Institut sah sich aus den verschiedensten, darunter auch finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Forschung auf wissenschaftlicher Grundlage fortzuführen. So blieben denn also nur die Privatforscher, die sich der Sache annahmen.

Diese waren allerdings sehr rege und findig, vor allem der Wiener Ingeneur Franz Seidl machte sich nicht nur Gedanken, wie man das Einspielen von Parastimmen verbessern könnte, sondern er bastelte und tüftelte auch. Sein Psychofon gehörte zu den ersten Entwicklungen im technischen Bereich. Dieses Gerät basierte auf der von Jürgenson bereits entwickelten Radiomethode. Es war ein Breitbandempfänger, der ein Sendergemisch abstrahlte, aus dem sich eben jene Stimmen bilden konnten.
Die Gründung
eines Vereins

Fidelio Köberle
Neben technischen Experimenten galten die Aktivitäten der ersten Pioniere auch und vor allem der Öffentlichkeitsarbeit. Man wollte die Menschen darüber informieren, was hier entdeckt und weiterentwickelt worden war. Dieser großen Herausforderung stellte sich vor allem Dipl.-Psychologe Fidelio Köberle, ein angesehener Grafologe und Personalgutachter, der selbst experimentierte und fast von Anfang in der Arbeitsgemeinschaft aktiv war. Es war ihm bestimmt, die Leitung des späteren Vereins in seiner 25jährigen Geschichte zu übernehmen und unangefochten in dieser Position zu bleiben und das nicht ohne Grund, denn keiner hat mit so viel Mut und von innerer Überzeugung getragen, die Sache der Tonbandstimmen nach außen vertreten.

Sinn und Zweck der Vereinsgründung war es zum einen, die Tonbandexperimentatoren noch besser als bisher unter einem Dach zu vereinen. Zum anderen sollte die Möglichkeit geschaffen werden, einen lebendigen Austausch von Erfahrungen und Meinungen untereinander zu ermöglichen. Die "VTF-Post" war das geeignete Forum, um in Artikeln und Erfahrungsberichten diesem Ziel zu dienen. Zur Zeit der Vereinsgründung bestanden noch vielfältige internationale Kontakte zwischen Tonbandstimmenforschern in verschiedenen Ländern. Vor allem aus Österreich kamen wichtige Impulse, wie von Ingeneur Franz Seidl. Aber auch aus anderen Ländern meldeten sich einzelne Forscher oder Forschungsgruppen zu Wort. Besonders intensive Kontakte bestanden zu den italienischen Kollegen, die bereits 1973 einen internationalen Kongreß für Tonbandstimmenforschung veranstaltet hatten.

VTF-Tagung in Koblenz
So stellte der zweite internationale Kongreß für Tonbandstimmenforschung 1977 in Recanati den ersten großen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte dar, denn dort war unter anderem eine große Delegation des VTF anwesend. Dort traten die wichtigsten Personen der damaligen Stimmenforschung, wie Franz Seidl, Friedrich Jürgenson, Prof. Alex Schneider und Fidelio Köberle auf. Dieser Kongreß fand in der italienischen Presse ein lebhaftes Echo, was bewies, dass es ein großes Interesse an der Stimmenforschung gab. Nur die Parapsychologen fehlten leider, was vermutlich daran lag, dass auch auf diesem Kongreß ausschließlich die spiritistische Hypothese vertreten wurde.

Wichtigstes Forum des VTF waren und sind die Jahrestagungen, die seit 1976 regelmäßig veranstaltet werden. Auf der ersten Jahrestagung 1976 in Koblenz konnte Friedrich Jürgenson als Mitglied aufgenommen werden. Diese Tagungen dienten sowohl dem Erfahrungsaustausch als auch der publizistischen Darstellung der Tonbandstimmenforschung in der Öffentlichkeit. Hier wurden die neuesten technischen Entwicklungen vorgestellt, Stimmen von Experimentatoren vorgeführt und später auch Vorträge zur Weiterbildung der esoterisch Interessierten angeboten.
Der VTF in der
Öffentlichkeit

Die 'III nach Neun'-Sendung (1980)
Die Öffentlichkeitsarbeit des VTF in den ersten Jahren seines Bestehens war ziemlich schwierig, denn Presse und andere Medien nahmen die Sache kaum ernst, zumal auch die Parapsychologie sich nicht länger in der Lage sah, die weitere Erforschung des Phänomens zu übernehmen. Daher gab es kaum positive Berichte in den ersten Jahren. Erst die Präsentation des VTF in der "III nach Neun"-Sendung am 25. Januar 1980 brachte einen publizistischen Durchbruch sowohl für die Tonbandstimmen als auch für den VTF. Dr. Karl-Heinz Wocker moderierte diesen Beitrag mit äußerster Fairness, so dass diese Sendung ein ungewöhnlich starkes Echo in der Öffentlichkeit auslöste. Noch während der Sendung musste die Bitte eingeblendet werden, sich wegen Informationen an den VTF zu wenden, da die Telefone bei Radio Bremen nicht stillstanden.

Das Interesse an den Tonbandstimmen und damit auch die Hoffnung auf Beweise für ein nachtodliches Leben war mit einem Schlag bei einer breiten Bevölkerungsschicht geweckt worden. Viele Menschen wollten sich durch eigene Experimente selbst von der Tatsächlichkeit der Stimmen überzeugen und wandten sich an den VTF.
Höhen und Tiefen So boomte die Tonbandstimmenforschung und mit ihr der VTF in den frühen achtziger Jahren. Viele hofften aber auf einen technischen Durchbruch, der endgültige und unanfechtbare Beweise für sowohl die Echthheit des Phänomens, als auch die Richtigkeit der spiritistischen Deutung der Stimmen erbringen sollte. Hier nun schieden sich allerdings bald die Geister, und die Tonbandstimmenforschung spaltete sich. Es entstanden andere Organisationen, die glaubten bessere und effektivere Wege für die Jenseitskontakte gefunden zu haben. Der VTF blieb bei den bisher gebräuchlichen Methoden und Techniken, setzte vielmehr auf die Verbesserung bestehender Filtermöglichkeiten und die Erstellung von Konserven mit Rohmaterial, welches von den Gesprächspartnern umgeformt werden konnte.

Der VTF unter der Führung von Fidelio Köberle, kämpfte sich verbissen durch recht schwierige Jahre. Der Esoterik-Boom, mit seinen vielfältigen Angeboten ließ Viele andere Wege beschreiten, bei denen sie glaubten mehr und vielfältigere Informationen aus anderen Daseinsebenen zu erhalten, wie beispielsweise durch das Channeling, eine moderne Form des Mediumismus, bei der lange und inhaltsreiche Botschaften zustande kommen sollten. Da hatte es der VTF natürlich schwer mit den meist kurzen Sätzen, für deren Enträtselung man auch noch Übung und Ausdauer benötigte.
Konzentration auf
das Wesentliche
Trotzdem gab der harte Kern der Tonbandstimmenforscher im VTF nicht auf. Man beharrte auf der Tatsache, dass hier über ein unbestechliches Tonbandgerät Kundgaben kamen, die von Menschen unmanipuliert waren und somit empirisch untersucht werden konnten. So hielt denn auch die Neuzeit im VTF Einzug. Man entdeckte die Möglichkeit, mit Hilfe von Audiobearbeitungsprogrammen für Computer Stimmen zu bearbeiten und so besser hörbar zu machen. Wenn diese Filtermethode innerhalb des Vereins auch nicht überall unumstritten war, so zeigte sich doch erstmals ein Weg auf, der die Beweisbarkeit der Tonbandstimmen verbessern konnte.

Theo Bleitgen, gelernter Rundfunk- und Fernsehtechniker, nahm sich dieser neuen Sache als Erster an. Er ist es auch, der mit dem Aufbau des neuen Forschungszentrums in Wiesbaden beauftragt wurde. Hier soll nicht nur technisch geforscht werden, vielmehr soll hier auch eine Begegnungsstätte entstehen, wo sich an der Stimmenforschung Interessierte zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch treffen können.
Ausblick... So hat die Stimmenforschung auch nach gut 40 Jahren für viele Menschen noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Viele Menschen sind noch immer den Stimmen auf der Spur und arbeiten hart daran, der Enträtselung ein Stück näherzukommen. Vielleicht wird ja das neue Zentrum auch einmal den einen oder anderen Wissenschaftler anlocken, um sich vor Ort ein Bild zu machen und vielleicht doch einmal mit in die Forschung einsteigen, denn so ganz ohne Fachleute wird man wohl schwerlich das Entstehen dieser Stimmen aufklären können.