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Die Wassermethode

Eine alte Einspielmethode neu entdeckt
von S. B.

Als ein ganz alltäglicher und unscheinbarer Stoff birgt das Wasser doch noch so manches Geheimnis (externer Link), das ihm auf den ersten Blick gar nicht anzusehen ist. Auch als Stimmen-"Rohmaterial" scheint sich das Geräusch von plätscherndem Wasser in besonderer Weise zu eignen.

Nun sind ja Geschichten bekannt, in denen Menschen im Rauschen eines Wasserfalls oder im Murmeln eines Gebirgsbaches Stimmen zu vernehmen glauben. Diese Art Stimmen ist hier allerdings nicht gemeint, da es sich dabei um rein subjektive Wahrnehmungen handelt, die von anderen Personen nicht nachvollzogen werden können. Die "Wasserstimmen", um die es hier geht, sind weder subjektiv noch klingen sie überhaupt wie Plätschern. Es handelt sich vielmehr um objektiv auf Tonträgern aufgezeichnete und von jedem nachvollziehbare sprachliche (oder sprachähnliche) Äußerungen, die sich aus dem Geräusch des plätschernden Wassers neu bilden, die aber mit dem ursprünglichen Plätschergeräusch nichts mehr gemeinsam haben. Diese Stimmen weisen einen ganz eigenen Klang auf und sind keineswegs nur "zusammenhanglos". Es sind darunter sinnvolle und bezugnehmende Äußerungen, die den Eindruck erwecken, als handele es sich bei den Urhebern um intelligente Wesenheiten.

Einige Experimentatoren stehen der Wassermethode ablehnend gegenüber, da ihrer Ansicht nach hierbei das Risiko von Fehldeutungen zu groß ist (Quelle (externer Link)). Ich persönlich halte dieses Risiko gerade bei der Wassermethode für vergleichsweise gering - ganz im Gegensatz zu anderen Methoden, bei denen das Hintergrundgeräusch bereits von vorn herein menschliche Sprache enthält, wie z.B. bei der Radiomethode, bei der eine fremdsprachige Sendung als "Rohmaterial" dient. Klassisches Beispiel ist hier die Stimme "Kontakte ergibt die Mittelwelle", die von Fidelio Köberle (1. Vorsitzender des VTF von 1975 bis 2000) immer als Paradebeispiel für eine gute und bezugnehmende Tonbandstimme vorgeführt wurde:

"Kontakte ergibt die Mittelwelle"

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Später hatte sich jedoch herausgestellt, dass diese Stimme in Wirklichkeit einwandfreies Tschechisch ist und lautet "kontakty s egyptskim vydruzenem" (zu deutsch: "Kontakte mit dem ägyptischen Korrespondenten") – Näheres zu diesem Beispiel siehe hier. Der Rat, beim Abhören von Einspielungen genau zu überprüfen, ob die gehörte Antwort tatsächlich bezugnehmend ist oder ob es sich lediglich um ein zufällig entstandenes Geräusch handelt, und zwischen Frage und Antwort nur wenige Sekunden Zeit vergehen zu lassen, weil sich "irgendwann mit Sicherheit irgend ein Wort bilden" werde, gilt daher nicht nur für die Wassermethode, sondern sollte grundsätzlich bei allen Einspielmethoden beachtet werden.

Im Folgenden schildere ich meine eigenen Erfahrungen mit der Wassermethode und gebe einige technische Hinweise, um die Stimmen möglichst gut hörbar zu machen.


Erste Erfahrungen

Als ich vor Jahren erstmals mit der Wassermethode experimentierte, verwendete ich als Mikrofon eine Elektretkapsel mit nachgeschaltetem Vorverstärker. Diese nahm naturgemäß sehr breitbandig auf und übertrug das Plätschern des Wassers, das als sehr feiner Strahl aus einem Wasserhahn in einen Topf tröpfelte, fast unverändert aufs Band. Es war sehr schwierig und erforderte schon sehr genaues Hinhören, um die leisen, "roboterähnlichen" Stimmen aus dem lauten Plätschergeräusch herauszuhören. Hier ein akustisches Beispiel eines dieser ersten Versuche:

In einer Einspielung bezog ich mich einmal auf eine elektronische Schaltung, die nicht so richtig funktionieren wollte, und sagte, "...dass das Ding nicht funktioniert", worauf nach gut zwei Sekunden Plätschern das Wort "Größer!" zu hören ist. Ich deutete das als einen Hinweis auf den Ohm-Wert eines bestimmten Widerstandes - leider ohne Erfolg. Hier der entsprechende Ausschnitt aus der Einspielung:

"...dass das Ding nicht funktioniert" [2 Sek. Plätschern] "Größer!"

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[0,7 Sek. Plätschern] "Größer!" (gefilterter Ausschnitt)

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Dieses Beispiel zeigt, dass sich die auf diese Weise erzielten Stimmen nicht besonders gut vom übrigen Plätschern abheben. Hier könnte man möglicherweise tatsächlich eher von "subjektivem Hören" sprechen, auch wenn für mich diese Stimmen auch jetzt nach Jahren noch problemlos nachvollziehbar sind.

Später besuchte ich eine Anlaufstelle des VTF in Köln, bei der ebenfalls mit Wasser als "Rohmaterial" gearbeitet wurde. Anstelle des sonst üblichen Mikrofons wurden dort allerdings mehrere in Reihe geschaltete, trichterförmige Piezo-Lautsprecher verwendet. Durch einen nachgeschalteten Vorverstärker und ein Hallgerät gelangte das Signal schließlich aufs Kassettenband. Das Wasserplätschern wurde von einem Springbrunnen im Gartenteich erzeugt und drang durch das Kellerfenster leise in den Einspielraum. Beim Abhören der Aufnahme fiel mir gleich der ganz eigenartige Klangcharakter der Einspielung auf. Das ursprüngliche Wasserplätschern war als solches gar nicht mehr identifizierbar. Statt dessen hörte man ein seltsam krächzendes Geräusch, das irgendwie artikuliert klang und stellenweise tatsächlich Worte, sogar Sätze, enthielt. Verblüffend fand ich den Satz "Hat doch ooch'n Klangschalter - Kontakt!", der unmittelbar auf die Worte "Ich grüße meinen Vater Robert Kohlgraf" folgte:

"Ich grüße meinen Vater Robert Kohlgraf ..." - "Hat doch ooch'n Klangschalter - Kontakt!" - "... und alle, die sich zur Zeit bei ihm befinden."

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Das "Mikrofon"

Offensichtlich waren die als Mikrofon "missbrauchten" Piezo-Lautsprecher hauptverantwortlich für den eigenartigen Klang und die Deutlichkeit der Wasserstimmen. Gegenüber einem Elektretmikrofon haben sie einen sehr eingeschränkten Frequenzbereich mit starker Bevorzugung der Frequenzen zwischen etwa 1 und 4 kHz, was ziemlich genau dem Sprachbereich entspricht. Die maximale Empfindlichkeit, die sich durch die Resonanzfrequenz des trichterförmigen Horns ergibt, liegt bei etwa 2200 Hz - daher der "blecherne" Klang.


Der Frequenzgang des Piezos gegenüber einem
Elektret-Mikro: Starke Betonung der Frequenzen
zwischen ca. 1 und 4 kHz

Bei normalen Tonaufnahmen würde man nie auf die Idee kommen, ein so "miserables Mikrofon" zu verwenden; für die Wasserstimmen jedoch scheint es ideal zu sein: Die Sprachfrequenzen werden verstärkt registriert, während das hohe Plätschern gedämpft wird. Ob die Bauform und der piezoelektrische Schallumwandler zusätzlich noch einen Einfluss haben, kann ich nicht genau sagen. Durch das Horn ergibt sich eine gewisse Richtwirkung und eine Erhöhung des Schalldrucks an der Membrane, wodurch sich die effektive Empfindlichkeit erhöht. Außerdem scheint das Signal-Rausch-Verhältnis subjektiv besser zu sein als bei dem Elektret-Mikrofon, was sich ebenfalls durch die starke Bevorzugung des mittleren Frequenzbereichs ergeben dürfte.

Mit angelötetem Mikrofonkabel und einem 3,5-mm-Mono-Klinkenstecker am anderen Ende lässt sich der "Piezo" direkt in die Mikrofonbuchse eines Kassettenrecorders oder Computers stecken. Dabei kommt die Abschirmung des Kabels an den mit "Minus" gekennzeichneten Anschluss, der Innenleiter an "Plus".


Über das angelötete Kabel wird der Piezo direkt mit dem Mokrofoneingang des Recorders ...

... oder des Computers verbunden. Der hintere Teil des Piezos wurde zur Abschirmung gegen Netzbrummen
in eine kleine Blechdose eingebaut.

Durch die hohe Impedanz des Piezos kommt es hierbei allerdings zu Einstreuungen von 50-Hz-Netzbrummen incl. Oberwellen, die sich jedoch mit Hilfe von Adobe® Audition™ (ehemals CoolEdit) einigermaßen gut entfernen lassen (FFT-Filter "50Hz + 100Hz Notch", zu finden im Menü "Transform > Filters"). Damit das Brummen gar nicht erst in den hochohmigen Piezo-Wandler einstrahlen kann, kann man den hinteren Teil des Piezos in eine kleine Blechdose einbauen (siehe Bild oben) oder mit Alufolie umwickeln:


Piezo-Lautsprecher mit Alufolie als Abschirmung gegen Brummstörungen
(hier angeschlossen an ein digitales Diktiergerät)

Wichtig ist hierbei, dass diese metallische Abschirmung mit der Abschirmung des Mikrofonkabels bzw. mit dem "Minus"-Anschluss des Piezos verbunden wird, da sich andernfalls das Brummen noch weiter verstärken würde. Der andere Anschluss des Piezo-Lautsprechers darf auf keinen Fall mit der Dose oder der Alufolie in Berührung kommen - hierbei hilft ein Stück Isolierband.


Ein Mikrofon-Vorverstärker erhöht die Empfindlichkeit

Zur Erhöhung der Empfindlichkeit bei leisen Hintergrundgeräuschen empfiehlt sich die Verwendung eines Mikrofon-Vorverstärkers, vor allem dann, wenn sich das Wasserplätschern weiter entfernt in einem anderen Raum befindet.

Als Vorverstärker eignet sich sehr gut der batteriebetriebene "Lauschverstärker LV100" von ELV oder Conrad Electronic. Leider ist diese schöne, kleine Gerätchen nicht mehr erhältlich. Wer mit dem Lötkolben umgehen kann, der kann sich auch selbst einen geeigneten Mikrofonvorverstärker bauen oder in das "Hannoversche Mikrofon" eine zusätzliche Klinkenbuchse einbauen und dort den Piezo anschließen. Eine Alternative wäre ein preisgünstiges Mini-Mischpult mit Mikrofon-Eingang wie z.B. das "Behringer Xenyx 302 USB" für ca. 53 €:


Der Piezo-Lautsprecher über ein Mini-Mischpult an den Computer angeschlossen.


Besser: Ein Vorverstärker mit symmetrischen Eingängen

Eine Möglichkeit, das Brummen zu eliminieren und gleichzeitig die Empfindlichkeit zu erhöhen, ist die Verwendung eines Vorverstärkers mit symmetrischen Eingängen. Im Unterschied zur einfachen "unsymmetrischen" Anschlussart mit nur einem einzelnen Audiokabel wird der Piezo dabei mittels zweier Kabel an die beiden Differenzeingänge ("Plus"- und "Minus"-Eingang) eines Operationsverstärkers angeschlossen. Gleichphasig anliegende Brummstörungen durch Netzeinstreuungen in die hochohmige Zuleitung des Piezo-Lautsprechers heben sich dadurch gegenseitig auf, während das gegenphasig anliegende Nutzsignal weiterverstärkt wird.

Glücklicherweise besitzen bereits die billigsten PA-Mischpulte symmetrische Mikrofoneingänge. Im Artikel "Piezo-Lautsprecher als Mikrofon" befindet sich eine ausführliche Anleitung zum Anbringen eines symmetrischen Audiokabels an einen Piezo-Lautsprecher zwecks Anschluss an ein Mischpult.


Symmetrischer Anschluss des Piezos an ein Mini-Mischpult. Die Aufnahme erfolgt hier mittels digitalem Audio-
recorder. Links unten der kabelgebundene Fernschalter zum Ein- und Ausschalten der Pumpe 2 Räume weiter.


Die "Plätschereinrichtung"

Das akustische Rohmaterial, Wasserplätschern, wird mit Hilfe einer kleinen elektrischen Tauchpumpe erzeugt, wie sie beispielsweise für Zimmerspringbrunnen oder Hydrokultur-Pflanzen mit Lavastein verwendet wird (erhältlich überall da, wo es Pflanzen zu kaufen gibt, z.B. im Baumarkt). Es genügt das kleinste erhältliche Exemplar. Die Pumpe setzt man in ein mit etwas Wasser gefülltes, größeres Gefäß aus Metall oder Keramik, das als Resonanzkörper dient. Das Gefäß kann beispielsweise eine Milchkanne, ein Blecheimer oder ein großer Pflanzen-Übertopf sein; wichtig ist, dass es "hohl" klingt, denn dadurch erhalten die Stimmen "Farbe". Durch die Menge des Wassers in dem Gefäß wird indirekt die Höhe der Fontäne bestimmt. Die Pumpe sollte gerade so eben mit Wasser bedeckt sein, so dass sich eine dynamisch sprudelnde, etwa 20 bis 30 cm hohe Fontäne aus einzelnen, größeren Wassertropfen ergibt. Es soll nicht nur leise plätschern, sondern ruhig laut "gluckern". Zur Reduzierung des Laufgeräuschs und der Vibrationen der Pumpe kann man diese auf ein passend ausgeschnittenes Stück Schaumstoff in das Gefäß stellen, und das Gefäß selbst auf einen zweifach gefalteten Aufnehmer.


Oben: Die kleine Hydrokultur-Wasserpumpe,
hier mit aufgesteckter Düse (Kugelschreiber-
Spitze), um einen dünneren Strahl zu erhalten.
Rechts: Die laufende Pumpe im Blecheimer. Das Wasser  
sprudelt bis zu 30 cm hoch. Oben rechts im Bild der  
Zwischenstecker des kabelgebundenen Fernschalters.  

Der "Klang" des Plätscherns kann durch Abdecken des Gefäßes weiter variiert werden. Hier wurde beispielsweise ein Keramik-Übertopf, in dem sich das Wasser und die Pumpe befinden, mit einer Kunststoffschale gleichen Durchmessers abgedeckt:


Oben: Die Kunststoffschale
Rechts: Die abgedeckte "Plätschereinrichtung"  
Klangbeispiele:

Elektret-Mikro aus 50 cm Entfernung - offen:

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Elektret-Mikro aus 50 cm Entfernung - abgedeckt:

[Download]

Piezo aus 6 m Entfernung, 5 cm Türspalt dazwischen - offen:

[Download]

Piezo aus 6 m Entfernung, 5 cm Türspalt dazwischen - abgedeckt:

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Den "Einschalt-Effekt" nutzen

Oft beginnen oder enden Stimmen mit dem Ein- bzw. Ausschalten des akustischen Rohmaterials. Diesen bei Tonbandstimmen wohlbekannten "Einschalteffekt" kann man sich natürlich auch bei der Wassermethode zunutze machen, indem man die Pumpe im Abstand von jeweils ca. vier Sekunden ein- und ausgeschaltet. Die so durch den ständigen Auf- und Abbau der Fontäne erzeugte Dynamik fördert die Stimmenbildung wesentlich und die Stimmen lassen sich nachher beim Abhören leichter lokalisieren.

Das Ein- und Ausschalten der Pumpe kann sowohl manuell als auch automatisch erfolgen. Bei manuellem Schalten hat man mehr Kontrolle über den Vorgang und kann z.B. das Wasserplätschern während der Fragen anwesender Personen aus- und danach für einige Sekunden einschalten. Hierzu eignet sich im einfachsten Fall eine schaltbare Steckdosenleiste oder ein schaltbarer Zwischenstecker in Kombination mit einem ausreichend langen Verlängerungskabel. Wer sich mit Elektroinstallationen auskennt, kann sich auch aus einem schaltbaren Zwischenstecker, einigen Metern zweiadrigen Netzkabels und einem Schnur-Zwischenschalter einen "Fernschalter" zum manuellen Unterbrechen der Stromzufuhr der Pumpe herstellen:


Selbstgebauter kabelgebundener Fernschalter. Der Schnur-Zwischenschalter
überbrückt hierbei den eingebauten, einpoligen Netzschalter.

Noch einfacher und bequemer ist die Verwendeung einer Funk-Steckdose (erhältlich im Elektrofachhandel oder im Baumarkt), mit der das Wasser über eine kabellose Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden kann.

Als Intervallschalter zum automatischen Ein- und Ausschalten der Pumpe eignet sich z.B. der bei Conrad Electronic (externer Link) als Bausatz erhältliche "Präzisions-Intervallschalter" mit der Best-Nr. 191299. Benötigt wird zusätzlich ein Netzgerät mit 11-15 V Ausgangsspannung sowie ein passendes Gehäuse. Versierte Elektronikbastler können sich einen Intervallschalter auch z.B. nach folgender Schaltung selbst aufbauen:


Schaltung des Intervallschalters


Stimmen auf der "Hall-Schleppe"

Ebenfalls förderlich für die Bildung der Stimmen scheint ein gewisser Hall-Effekt zu sein. Vor allem bei reinen Mikrofoneinspielungen ohne ein zusätzlich hinzugefügtes Hintergrundgeräusch als akustisches "Rohmaterial" wurde diese Methode früher gern genutzt. Fidelio Köberle schrieb dazu in seinem Beitrag "Die Parabolmikrofon-Hall-Methode" in der VTF-Post P 84 (Ausgabe 3/1996): "Das Hallgerät bewirkt eine Veränderung der empfangenen Signale insofern, als sie sprachähnlicher und dadurch deutlicher werden. Die "Hall-Schleppe", welche vor allem bei harten, kurzen Geräuschen entsteht, ist ein gern benutzter Landeplatz für paranormale Stimmen." Ein Hallgerät war auch Bestandteil der Einspiel-Anlage der Kölner Gruppe in den 1980er bis 1990er Jahren. Die damaligen Geräte sind allerdings heute nicht mehr erhältlich; heute gibt es Effektprozessoren zu kaufen, die dem Audiosignal neben Hall und Echo auch noch diverse andere Effekte hinzufügen können, mit denen es sich vielleicht einmal zu experimentieren lohnt. Es gibt auch kleine Mischpulte mit integrierten Hall- und Echo-Effekten, etwa das "Yamaha MG06X".


Anordnung der Geräte

Für die Aufnahme wird der Piezo mit dem Mikrofoneingang des Aufnahmegerätes verbunden. Bei Verwendung eines Mischpultes oder eines Vorverstärkers wird der Piezo in dessen Mikrofoneingang gesteckt, und der Ausgang des Mischpultes bzw. Vorverstärkers kommt in den Mikrofon- oder Line-Eingang des Aufnahmegerätes. Falls vorhanden, wird das Hall-/Effektgerät zwischen den Mischpult-Ausgang und den Aufnahmegeräte-Eingang geschaltet.

Die "Plätschereinrichtung" sollte sich in größerer Entfernung zum aufnehmenden Mikrofon (Piezo-Lautsprecher) befinden - am besten in einem Nebenraum, der vom eigentlichen Einspielraum, in dem auch die Aufzeichnungsanlage steht, durch eine Tür abgeteilt ist. Durch mehr oder weniger weites Öffnen oder Schließen der Tür lässt sich die Lautstärke des Rohmaterials regulieren und die zu hohen Frequenzanteile des Plätscherns dämpfen. Bei optimaler Einstellung sind die mit dieser Methode erhaltenen Stimmen oft erstaunlich gut artikuliert und haben einen ganz typischen Klang, der manchmal an einen sprechenden Wellensittich erinnert (siehe Stimmenbeispiele unten).


Zusammenschaltung der Anlage der Kölner Gruppe (Stand: 1989)
Hallgerät und Equalizer sind optional, haben sich aber in der Praxis bewährt.


Einspielung und Auswertung

Traditionell erfolgte die Einspielung und Auswertung von Einspielungen mit Kassettenrecordern. Die analoge Aufnahmetechnik ist mittlerweile fast vollständig vom Markt verschwunden; heutzutage verwendet man digitale Audiorecorder oder Computer. Ein Computer bietet gegenüber einem Audiorecorder mehr Möglichkeiten bei der Auswertung und Nachbearbeitung der Einspielungen, erfordert aber auch etwas mehr Einarbeitung sowie ein grundsätzliches Interesse und Verständnis für die Arbeit mit einem Computer.

Als Software zur Aufnahme und Bearbeitung von Audio-Aufnahmen eignet sich z.B. das kostenlose Programm Audacty. Für die Aufnahme sollte man eine Abtastrate von mindestens 22050 Hz, besser 44100 Hz (entspricht "CD-Qualität") einstellen. Falls man nach Beendigung der Aufnahme feststellt, dass diese zu leise ist, kann sie mit der Funktion "Verstärken" oder "Normalisieren" im "Effekt"-Menü nachträglich lauter gemacht werden. Große Lautstärke-Unterschiede können mit der Funktion "Kompressor" angeglichen werden, was beim Abhören über Kopfhörer die Ohren schonen kann. (Ein Kopfhörer empfiehlt sich ohnehin sehr beim Abhören von Einspielungen mit der Wassermethode.)


Bildschirmfoto: Audacity

Störende Hintergrundgeräusche wie Brummen oder Rauschen lassen sich mit der Funktion "Rausch-Verminderung" reduzieren. Hierzu markiert man zuerst einen Teil der Aufnahme, in der außer dem Störgeräusch nichts Anderes zu hören ist, ruft dann diese Funktion auf, klickt auf "Rauschprofiil ermitteln", markiert dann die gesamte Aufnahme (Tastenkombination [Strg]+[A]), ruft die Funktion erneut auf, wählt über den oberen Schieberegler den Grad der Rausch-Verminderung (akustische Kontrolle durch Klick auf "Vorhören"), und klickt zum Schluss auf "OK". Diese Funktion sollte allerdings nur sparsam angewendet werden, um den Klang der Stimmen nicht zu stark zu verfälschen.

Bei Audacity lassen sich zu der Aufnahme Textspuren hinzufügen (zu finden im Menü "Spuren > Neue hinzufügen"). Hiermit lassen sich die Fragen der Anwesenden und der Wortlaut der gehörten Stimmen direkt im Programm kommentieren. Natürlich spricht aber nichts gegen die herkömmliche Art der Protokollierung mit Stift und Papier.

Um die Aufnahme oder einzelne Teile daraus als MP3-Datei abzuspeichern, müssen diese "exportiert" werden. Hierzu wählt man im Menü "Datei" die Funktion "Audio exportieren" oder "Ausgewähltes Audio exportieren" - je nachdem, ob man die gesamte Aufnahme oder nur den markierten Teil abspeichern möchte. Im daraufhin erscheinenden Datei-Dialog wählt man "Dateityp: MP3-Dateien". Als "Qualität" sollte man mindestens 128 kBit/s auswählen.

Ausführlichere und bebilderte Informationen zur Bedienung des Programms "Audacity" finden Sie im Artikel "Einspielen und Abhören von Tonbandstimmen mit Audacity".


Bezugsquellen

Die nachfolgenden Angaben sind rein informativer Natur. Der VTF e.V. steht in keinerlei geschäftlicher Beziehung zu den genannten Händlern. Alle Angaben erfolgen ohne jegliche Gewähr auf Richtigkeit und Aktualität. Hinweise auf ungültige Angaben werden gerne per Kontaktformular entgegengenommen.


Piezo-Lautsprecher

Den hier gezeigten Piezo-Lautsprecher gibt es z.B. bei Thomann (externer Link) (11,00 €), Conrad Electronic (externer Link) (11,99 €) oder Amazon (externer Link) (11,99 €) (Preise mit Stand Mai 2018).


Mischpult

Das kleine Mischpult "Behringer Xenyx 302 USB" gibt es z.B. bei MUSIC STORE professional (externer Link) für 53,00 € (Stand: Mai 2018). (Thomann hat es leider nicht mehr im Programm; dort kostete es Ende 2014 noch 38,00 €). Ein kleines Mischpult mit Hall- und Echo-Effekten ist das "Yamaha MG06X" für 112,00 € bei Thomann (externer Link) oder 159,00 € bei MUSIC STORE professional (externer Link) (Preise Stand Mai 2018).


Hall-/Echo-Effektgerät

Als Einzelgeräte gibt es z.B. das "TC Electronic M100" für 99,00 € bei MUSIC STORE professional (externer Link) oder für 109,00 € bei Thomann (externer Link) Weiterhin gibt es noch das "Alesis Nanoverb 2" für 99,00 € bei MUSIC STORE professional (externer Link) und für ebenfalls 99,00 € bei Thomann (externer Link).


Einige Stimmenbeispiele

Nachfolgend einige Stimmenbeispiele, die bei Einspielungen mit der Wassermethode nach dem oben beschriebenen Verfahren erhalten wurden. Zunächst einige Beispiele aus der Anfangszeit (1987 bis 1988):

Nun noch einige Stimmenbeispiele neueren Datums (ab 2008):


Weiterführende Artikel und Links


(Erstellt: 12.06.2001 • zuletzt aktualisiert: 05.05.2018)