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Erfahrungsbericht zur Entstehung der Tonbandstimmen

Bisher wurde immer davon ausgegangen, daß bei Einspielungen, bei denen ein akustisches Rohmaterial verwendet wird, durch physikalisch nicht erklärbare Einwirkungen eine Umformung dieses Rohmaterials erfolgte. Versuche mit Stereo- oder Mehrspur-Recordern haben tatsächlich geringfügige Veränderungen des Original-Materials hörbar gemacht. Meine eigenen Versuche in dieser Richtung haben allerdings ergeben, daß bei genauer Betrachtung keine einzige Stimme durch eine wirkliche Umformung des Rohmaterials entstanden war.

Um eventuelle akustische Umformungen dokumentieren und so die Paranormalität der Stimmen beweisen zu können, verwendete ich folgende Versuchsanordnung: Das digitalisierte Rohmaterial (Länge: 56 Sekunden, Sample-Frequenz: 9395 Hz) wurde in Form von zufallsgesteuert ausgewählten Segmenten (Länge: 100 ms) über einen Lautsprecher in den Raum abgestrahlt und in ca. 1 Meter Entfernung von einem als Mikrofon geschalteten Piezo-Lautsprecher wieder aufgenommen und dem linken Mikrofoneingang eines Stereo-Cassettenrecorders zugeführt. Dem rechten Kanal des Line-Eingangs wurde dasselbe zerstückelte Rohmaterial zu Vergleichszwecken direkt per NF-Kabel zugeführt. Um Raum für die Fragen des Experimentators zu schaffen, welche zusammen mit dem Rohmaterial über die akustische Übertragungsstrecke dem linken Kanal zugeführt wurden, wurde das vom Rechner generierte Rohmaterial in Sequenzen definierter Länge (6 Sekunden) ausgegeben, zwischen denen Pausen von definierter Länge (ebenfalls 6 Sekunden) eingefügt wurden. Um vergleichbare Versuchsbedingungen zu erhalten, wurde immer dasselbe akustische Rohmaterial verwendet, das dazu digitalisiert und in einer Datei abgespeichert wurde. Das spätere Abhören der Einspielung erfolgte mittels eines Mono-Cassettenrecorders mit Stereo-Tonkopf, wobei wahlweise der linke oder der rechte Kanal jeweils für sich wiedergegeben werden konnte. Hierdurch sollten mögliche Veränderungen des über die akustische Strecke aufgenommenen Rohmaterials gegenüber dem Origial dokumentiert werden können. Zusätzlich wurden die vom Rechner erzeugten Segmentnummern separat mitprotokolliert, um das zum Zeitpunkt der Einspielung dynamisch erzeugte Zufalls-Rohmaterial bei Bedarf wiederholt über dieselbe Geräteanordnung ausgeben und erneut aufnehmen zu können (Kontrolleinspielung zu Verifizierungszwecken, um akustisch bedingte, also physikalisch erklärbare und wiederholbare Umformungen von paranormalen, physikalisch nicht erklärbaren und nicht wiederholbaren Umformungen unterscheiden zu können).

Ergebnis: Es konnte bei den erhaltenen Stimmen keine Veränderung des über die akustische Strecke aufgenommenen Rohmaterials gegenüber dem Original festgestellt werden. Die zuvor auf der linken (Einspiel-) Spur lokalisierte Stimme war jedesmal auch auf der rechten (Vergleichs-) Spur vorhanden, jedoch hätte man sie auf der Vergleichsaufnahme allein nicht entdeckt, weil sie dort einfach zu "deutlich" war, um als Stimme erkannt zu werden. Erst durch das Verwischen der Feinheiten bei der akustischen Übertragung konnte sie offenbar durch das Adaptionsvermögen des menschlichen Gehörs erkannt werden. Kleinere Unstimmigkeiten - vor allem bei den Konsonanten -, die im Original-Material sofort auffallen und keinen großen Spielraum für subjektive Interpretationen lassen, werden dabei vom Gehirn ausgeglichen.

Ein weiterer Punkt ist, daß die Lautstärke des abgestrahlten Rohmaterials keinen nachweislichen Einfluß auf die Stimmenbildung hat. Die Entstehung der Stimmen scheint also unabhängig zu sein vom Energieaufwand, der zur Umformung notwendig ist, was die Umformungs-Theorie weiter entkräftet. Wäre es eine Frage der Menge der für eine paranormale Einwirkung auf die Materie erforderlichen Energie, dann müßten in einem absolut stillen Raum bei extrem hoher Mikrofonverstärkung die meisten und deutlichsten Stimmen entstehen. Dies ist aber erfahrungsgemäß nicht der Fall, so daß davon ausgegangen werden kann, daß die Entstehung "gewöhnlicher" paranormaler Stimmen nichts mit einer physikalischen Manipulation im herkömmlichen Sinne zu tun hat (von möglichen Ausnahmen abgesehen). Die Stimmen entstehen bereits bei der zufallsgesteuerten Synthese der einzelnen Segmente des Rohmaterials durch den Computer.

Da die Generierung von "Zufalls"-Werten durch den Computer mittels logischer Rechenoperationen erfolgt und eine paranormale, physikalische Beeinflussung rechnerinterner Schaltkreise ausgeschlossen ist, weil die Veränderung auch nur eines einzigen Bits an der falschen Stelle den Rechner zum "Absturz" bringen würde, ist die Entstehung der Stimmen weder lokalisierbar noch nachweisbar oder dokumentierbar (Versuche mit einem analogen Zufallsgenerator, der theoretisch paranormal beeinflußbar gewesen wäre, ergaben zudem hinsichtlich Quantität und Qualität der Stimmen keine besseren Ergebnisse). Um die Existenz der Stimmen jedoch ausschließlich auf die subjektive Interpretation geeigneten Rohmaterials zurückzuführen, ist die Anzahl, die Länge und die Bezugnahme vieler Stimmen zu auffällig.

Eine weitere Eigenheit der Tonbandstimmen, die sich bei meinen bisherigen Versuchen immer wieder gezeigt hat und die ich als Indiz für die Echtheit des Phänomens ansehe, betrifft unerklärliche Schwankungen von Quantität und Qualität der erhaltenen Stimmen trotz unveränderter Versuchsbedingungen: Mal kommen in einer Einspielung gleich mehrere gut verständliche und bezugnehmende Aussagen, dann wieder über einen längeren Zeitraum hinweg überhaupt nichts. Insbesondere die mentale oder emotionale Verfassung des Experimentators scheint hierbei eine wichtige Rolle zu spielen. Dieser Faktor fiel mir schon direkt zu Beginn meiner Beschäftigung mit den Tonbandstimmen auf. Bei einer kürzlich durch einen Todesfall motivierten Serie von Einspielungen konnte festgestellt werden, daß die Anzahl der Stimmen trotz nahezu gleicher Versuchsbedingungen im Verlaufe von zwei Wochen von Einspielung zu Einspielung stark variierte, ohne daß hierfür eine eindeutige Ursache ersichtlich war. Die innerhalb der ersten 10 Tage durchgeführten Einspielungen enthielten jeweils bis zu 10 und mehr teils sehr gut verständliche und bezugnehmende Stimmen. In darauffolgenden Einspielversuchen konnte plötzlich keine einzige verständliche Stimme mehr aufgezeichnet werden, obwohl sich an der Gerätekonstellation oder an dem verwendeten Rohmaterial nichts geändert hatte. Anfangs war die emotionale Beteiligung seitens des Experimentators sicherlich noch viel größer als später. Parallel zum Abklingen der mit dem Todesfall verbundenen Gefühle von Trauer und Verlust schienen auch Quantität und Qualität der bei den Einspielungen erhaltenen Stimmen abzunehmen. Hinter dieser Erscheinung könnte man nun mehrere Ursachen vermuten:

1. Psychokinetischer Einfluß des Experimentators. Durch bestimmte intensive Gefühlszustände werden günstige ("energetische"?) Bedingungen für das Zustandekommen paranormaler Tonbandstimmen geschaffen.

2. Telepathische Verbindung zur Seele des Verstorbenen. Durch intensive Gedanken und starke Gefühle nimmt der Experimentator telepathisch Kontakt zum "jenseitigen" Gesprächspartner auf oder "zieht" ihn dadurch in seine Nähe.

Möglicherweise wirken auch beide genannten Faktoren zusammen.

Für Punkt 1 spricht nach meiner Erfahrung, daß auch Empfindungen von Begeisterung ("Euphorie") bezüglich des Einspielversuches die Stimmenbildung begünstigt. Dies ist z.B. oft dann der Fall, wenn neue Methoden erprobt werden.

Für Punkt 2 könnte im vorliegenden Fall die Tatsache sprechen, daß die "Trauerphase" der Mutter nach Aussage des Bruders der verstorbenen Person erst kürzlich begonnen hat und die "jenseitige" Seele dadurch mehr an die Mutter "gebunden" ist.

Nachdem die Einspiel-Ergebnisse bezüglich Quantität und Qualität der erhaltenen Stimmen also kontinuierlich abgenommen hatte, wurde ein neues akustisches Rohmaterial hergestellt, indem dieselbe 56 s lange Rohmaterial-Sequenz erneut digitalisiert und in einer Datei abgespeichert wurde. Die Anzahl der erhaltenen Stimmen verbesserte sich etwas, erreichte aber längst nicht die anfänglichen Werte. Auch waren die Aussagen selten bezugnehmend. Es folgte dann eine Pause von ca. 10 Tagen, während der keine Einspielversuche durchgeführt wurden, zumal der Experimentator während dieser Zeit nicht anwesend war. Die darauffolgende Einspielung, die seitens des Experimentators aus einem spontanen Bedürfnis heraus und unter starker emotionaler Anteilnahme durchgeführt wurde, wobei der experimentelle Aspekt eher im Hintergrund stand, brachte dann wieder sehr gut verständliche und bezugnehmende Stimmen (auch diese Stimmen waren ebenfalls bereits auf der Vergleichsspur zu hören, d.h. nicht durch akustische Umformungen entstanden).

Alle diese Beobachtungen deuten also darauf hin, daß der "Erfolg" von Tonbandstimmen-Einspielungen nur sekundär von technischen Gegebenheiten abhängt, und zwar insofern, als daß die nötigen technischen Voraussetzungen zur Durchführung einer Einspielung gegeben sein müssen, was aber eine Stimmenentstehung noch nicht garantiert. Primär hängt die tatsächliche Entstehung des Tonbandstimmen-Phänomens von Faktoren ab, die sich der bewußten und willentlichen Kontrolle des Experimentators entziehen. Mit dem gewohnten, analytischen Denken scheint man hier nicht weiterzukommen. Vielleicht ist jedoch gerade die Nichterklärbarkeit eine Eigenschaft der Tonbandstimmen, mit der man sich einfach abzufinden hat, und jeder ist aufgefordert, sich selbst intensiv mit diesem Phänomen zu befassen, um dann für sich selbst zu entscheiden, ob er es anerkennt und was er für sich daraus macht.

Ich persönlich finde zwar, daß Stimmen, die einen direkt mit Namen ansprechen oder die einen direkten Bezug zu vorher gestellten Fragen haben, überzeugender sind als Stimmen ohne sinnvollen Bezug, deren Paranormalität aber nach wissenschaftlich-physikalischen Kriterien dokumentiert werden könnte. Trotzdem wird der "Paranormalitätsbeweis" hinsichtlich einer wissenschaftlichen Anerkennung des Tonbandstimmen- Phänomens unverzichtbar sein, denn nur so kann letztlich erreicht werden, daß das Wissen, daß die materielle Existenz nicht alles ist, um sich greift und zu einem Bewußtseinswandel der Menschheit führt und so ein humaneres Miteinander ermöglicht. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten! Falls Sie im Besitze von Stimmenbeispielen sind, deren Paranormalität sich durch einen direkten Vergleich mit dem bei der Einspielung verwendeten Original-Rohmaterial dokumentieren läßt, dann lassen Sie diese Aufnahmen bitte nicht in irgendeiner Schublade verstauben, sondern machen Sie sich bitte die Mühe und erstellen Sie davon ein Demoband, welches Sie dann dem Herausgeber zwecks Erstellung eines Archives zusenden.


(Quelle: VTF-Post P 87, Heft 2/97)